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Montag, 2. Dezember 2019

Mit Kindern Schule machen

Wer eine Freinet-Klasse besucht, dem fällt vielleicht das viele Material, die Lernangebote auf. Vielleicht aber auch gar nichts. Bleibt er etwas länger in der Klasse, wird ihm wohl auffallen, wie selbständig manche Kinder arbeiten.



Das ist sicher wesentlich: In der Freinet-Pädagogik werden die tatsächlichen Fragestellungen der Kinder aufgenommen und spielen eine wesentliche Rolle in der Unterrichtsgestaltung. Dabei ist es die Roll von uns Lehrer, die Partizipation der Kinder mit dem Lehrplan in Einklang zu bringen. Das gelingt meistens ganz gut, wenn man sich auf das Wesentliche konzentriert: Um was geht es dem Lehrplan? Was müssen die Kinder wirklich können?

Wie das dann erreicht werden kann, da besteht bekanntlich sehr viel Spielraum - wenn wir uns nicht vom heimlichen Lehrplan, den Schulbüchern, den Blick einschränken lassen. Das mag ein Grund gewesen sein, weshalb Celéstin Freinet selbst ohne Schulbücher gearbeitet hat. Soweit müssen wir ja nicht gehen, aber je mehr wir den Kindern das Wort geben und mit ihnen am Montag die neue Woche planen, Ideen aufnehmen und gemeinsam mit den Kindern weiterentwickeln, desto weniger werden wir die Schulbücher dann noch brauchen.

Montag, 10. Dezember 2018

Wie gute Schulen funktionieren

Skandinavische Schulen gelten als besonders erfolgreich. Ein Film, von dem hier ein Ausschnitt zu sehen ist, zeigt auf, wie sich in Finnland und Schweden in der ganzen Gesellschaft ein Innovationsklima ausbreitet. Die Autoren sind stolz, dass 70% des Jahrgangs an die Universität wechselt. Diese Aussage ist aus meiner schweizerischen Sicht nichtssagend. Wie hoch sind die Eintrittshürden der Hochschulen? Wie ist die Berufsbildung in einem Land organisiert? Unser duales System mit rund 80% Berufslehre (nach Sekundar- oder Realschule) und 20% Studium (nach Gymnasium) funktioniert seit Jahren gut und führt zumindest in der Schweiz zu einem wesentlich höhreren Beschäftigungsgrad als etwa in Italien oder Frankreich, wo die Maturitätsquote um ein Mehrfaches höher ist.



Nichts desto trotz lohnt sich der Blick nach Skandinavien (wie auch an jede andere Schule, der etwas besonders gut gelingt). Kann man die Leistungsspitze stärken und zugleich das allgemeine Niveau heben? Geht das: Lust und Leistung Hand in Hand? Schulen in Skandinavien zeigen, es geht. Und es geht in Skandinavien gut. Sie zeigen den Weg für eine Schule in einer Wissen- und Ideengesellschaft. Wie weit sich die Rezepte aus dem Norden bei uns eins zu eins anwenden lassen und wo sie angepasst werden müssen, diese Diskussion müssen wir selber führen - zum Beispiel in der Kommentarspalte unten; und ausprobieren in unserem Schulzimmer.

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Montag, 25. Dezember 2017

Was eine gute Schule ausmacht - auch als Neujahrsvorsatz geeignet

Zu Weihnachten ein kleiner Dachbodenfund: Ein Film, der in den letzten fast zwanzig Jahren nichts an Aktualität eingebüsst hat. Im Gegenteil, er enthält alles, was eine gute Schule ausmacht.

Montag, 18. Dezember 2017

Halbfreier Ausdruck modern umgesetzt

Bleisatz mag aus didaktischen Gründen seine Berechtigung haben, aber Bleisatz kommt im realen Leben unserer Schulkinder nicht mehr vor. Was liegt da näher, als den freien Ausdruck sachte der Zeit anzupassen?

Eine Wiener Volksschule hat dies so gemacht:



Bei den „Ausflugsgeschichten“ ist zwar der Inhalt vorgegeben. Die „Spaziergangsklasse“ (nach Freinet) erarbeitet nach dem Ausflug gemeinsam einen Tafeltext. Die Zweitklässler sagen der Lehrerin, was sie schreiben soll. Der Bericht wird jedoch nicht zu Ende geshrieben. Die Kinder sind vielmehr aufgefordert, weiter zu berichten. Wie sie das tun bleibt ihnen freigestelt. Das gilt auch für die Erarbeitungen im Kunstunterricht. Es wird das vorhandene Material zur Verfügung gestellt. Die Kinder haben freie Hand bei der Entfaltung der Form.

Montag, 11. Januar 2016

Weiterverarbeitung Freier Texte

Im Herbst wies ich auf die Vorteile des "Freien Schreibens" hin, nachdem in der Woche zuvor auf Gerd Hähnels Jugendroman "Viktor im Schattenland" vorgestellt worden ist. Die Erfahrung zeigt es immer wieder: Wenn die Texte wirklich frei sind, schreiben viele Schüler mit großer Freude. Schreiben und Lesen werden eher als sinnvolle Tätigkeiten erlebt. Das überträgt sich häufig auch auf die üblichen Aufsatzformen, ja beflügelt diese sogar. Dies kann man noch verstärken, indem man geeignete Texte veröffentlicht, etwa durch:
  • Vorlesen in der Klasse
  • Veröffentlichung in einem gemeinsamen Klassenbuch
  • Veröffentlichung in der Klassenzeitung
  • Veröffentlichung in der Klassenrundzeitung "Kinderwelt" (siehe Bindestrich 73/2012, pp. 35-38)
  • Austauschen mit einer Korrespondenzklasse
  • usw. usw.

Viktor im Schattenland (Buch)
Viktor im Schattenland (Unterrichtsmaterial)

Quelle: Gerd Hähnel

Montag, 23. November 2015

Reformschulen im Überblick: Célestin Freinet

Montessori, Waldorf, Jenaplan und wie sie alle heißen – die reformpädagogischen Konzepte sind Trend. Allerorts werden Schulen gegründet, die einen Gegenentwurf zur staatlichen Regelschule darstellen wollen. Und immer mehr Eltern und Schüler wenden sich ihnen zu, trotz nicht immer günstigem Schulgeld entscheiden sich viele Familien für alternative Schulen. Sie wünschen sich einen besseren Lehrerschlüssel, mehr Individualität und weniger Leistungsdruck. Doch was steckt eigentlich hinter diesen Begriffen? Heute Célestin Freinet.

Freinet-Schulen sind vor allem im romanischen Raum verbreitet. Freinet-Pädagogik verfolgt vier zentrale Ziele: freie Persönlichkeitsentfaltung, Selbstverantwortlichkeit, Zusammenarbeit und kritische Auseinandersetzung mit der Gesellschaft. Klassen oder Gruppen werden von Erwachsenen und Kindern als selbstverwaltete Kooperative geführt, Entscheidungen trifft die Gemeinschaft. Zwar hat der französische Pädagoge Célestin Freinet sein Konzept ursprünglich für Schulen entwickelt. Aber mittlerweile arbeiten auch immer mehr Kindergärten und Tagesstätten im deutschsprachigen Raum nach dem Freinet-Ansatz.

Unterricht an Freinet-Schulen verläuft nicht lehrergelenkt, sondern von den Schülern selbstbestimmt. Das Vertrauen in die Kinder ist eine wichtige Grundlage der Freinet-Pädagogik. Die Schüler bestimmen weitgehend selbst, womit und wie lange sie sich beschäftigen. Individuelle sowie klasseninterne Tages- und Wochenpläne spielen ebenso wie Projektwochen und Feierlichkeiten der Schulgemeinschaft eine große Rolle. Das Klassenzimmer ist – ähnlich wie an Montessorischulen – in einzelne Arbeitsbereiche, so genannte Ateliers, aufgeteilt. Ihre Ergebnisse stellen sie anschließend der – meist jahrgangsgemischten – Klassengemeinschaft vor. Eine typische Einrichtung an Freinet-Schulen ist die Schuldruckerei. Freinet-Schulen setzen nicht auf Noten und Zeugnisse, sondern auf individuelle Arbeitspläne und Wochen- bzw. Jahresbilanzen.

Auch im Freinet-Kindergarten ist die aktive Beteiligung an der Tagesgestaltung zentrales Element. Die Kinder entscheiden gemeinsam mit den Erwachsenen, was die Gruppe am jeweiligen Tag unternimmt. In einer Morgenkonferenz werden Vorschläge zum Programm diskutiert und der Tagesablauf entschieden.

Montag, 2. November 2015

Reformpädagogisches Buch kostenlos

Paul Le Bohec, ein französischer Reformpädagoge, der Célestin Freinet noch persönlich kannte, hat zusammen mit Michèle Le Guillou ein hochinteressantes Buch verfasst: Patricks Zeichnungen.
Erfahrungen mit der therapeutischen Wirkung des freien Ausdrucks.

In zahllosen Zeichnungen begibt sich der zehnjährige Patrick auf den Weg, sein innerstes Gleichgewicht  wiederzufinden. An der Entwicklung dieser Zeichnungen ist unübersehbar, dass das Kind belastende Fantasien in einer immer dichteren Form zum Ausdruck bringt, bis es sich von ihnen distanzieren kann und dadurch unmerklich eine Krise überwindet, ohne dass die Lehrerin sich jemals anmaßt, als Therapeutin zu wirken. Patricks Zeichnungen ist ein Plädoyer für den Freien Ausdruck! 

Gedruckt ist das Buch zwar vergriffen, in elektronischer Form kann man es kostenlos jedoch bei der deutschen Freinet-Kooperative herunterladen: http://freinet-kooperative.de/verein/material/buecher/

Montag, 19. Oktober 2015

Vorteile des Freien Schreibens

Letzte Woche wies ich auf das Buch "Viktor im Schattenland" hin, das sich gut als Klassenlektüre ab der 5. Klasse eignet und in dem das "Freie Schreiben" vorkommt. In der Freinet-Pädagogik billigt man den Freien Texten wichtige Funktionen zu:
  • Als Lehrer erfährt man viel über die Interessenschwerpunkte der Klasse.
  • Die Schüler können sich etwas „von der Seele“ schreiben. Allerdings sollte man hier als Lehrer sehr vorsichtig agieren und die Privatsphäre des Schülers schützen: Nicht jeder Freie Text gehört in die Klassenöffentlichkeit. Aus Freien Texten können sich aber Hinweise dafür ergeben, dass man einem Schüler z. B. fachliche Hilfe vermittelt.
  • Man kann Schüler, die sonst eher zur „schweigenden Mehrheit“ gehören, zur Artikulation ihrer Interessen verhelfen.
Viktor im Schattenland (Buch)
Viktor im Schattenland (Unterrichtsmaterial)

Quelle: Gerd Hähnel

Montag, 12. Oktober 2015

Über das Freie Schreiben

Das vierte Kapitel Gerd Hähnelks Roman «Viktor im Schattenland» trägt den Titel „Den Kindern das Wort geben». Diese Formulierung steht für das pädagogische Selbstverständnis von Célestin Freinet, wie er es in seiner Schrift «Die pädagogischen Invarianten» (1964) ausdrückt (zitiert in: Karlheinz Burk u.a.: Kinder beteiligen – Demokratie lernen. Grundschulverband Frankfurt 2003, S. 271). Im Folgenden nur einige kurze Hinweise zum Freien Schreiben. Seine enormen pädagogischen Möglichkeiten erlebt man im Roman, vor allem in Kapitel 4 und 5.

«Den Kindern das Wort geben» meint einerseits, das Interesse der Schulkinder in möglichst hohem Maße in den Mittelpunkt des Unterrichts zu stellen. Andererseits kann man diese Forderung auch sehr konkret verstehen: Die Schüler sollen an das Freie Schreiben herangeführt werden: nicht nur, aber auch. (Teilweise wird der Begriff «kreatives Schreiben» synonym gebraucht.) Die Schüler sollen also über das schreiben, was sie bewegt.

Viktor im Schattenland (Buch)
Viktor im Schattenland (Unterrichtsmaterial)

Montag, 11. Mai 2015

Freinetpädagogik: Ein Praktiker erzählt

Herbert Vogt ist Lehrer, Fortbildner - unter anderem am Odenwaldinstitut -, Leiter einer Kindertagesstätte und Mitbegründer des Kronberger Kreises für Qualitätsentwicklung. In diesem Interview zeigt er, wie Freinet-Klassen zu Beginn gar nicht als solche erkannt werden und weshalb. Dann führt er jedoch weiter und weist auf die andere pädagogische Haltung hin, die sich auf den zweiten Blick dann durchaus erkennen lässt.



In der zweiten Hälfte des Interviews geht er auf die typischen Atelieres und Werkstätten ein. Zur weiteren Lektüre sei sein Buch "Freinetpädagogik in der Kindertagesstätte empfohlen.

http://freinet-kooperative.de/


Montag, 4. Mai 2015

Erfrischender Unterricht

Die Freinet Pädagogik ist auf die Entwicklung der Selbstständigkeit der Kinder ausgerichtet. Der französische Pädagoge gilt auch als der Begründer der Schülerzeitungen. In dem kurzen Film zum Schulbeginn nach den Frühlingsferien werden die Grundzüge seiner Pädagogik am Beispiel des Freinet Kinderhauses Görlitz erläutert.



Es kommen die Erzieher und auch viele der kleinen Kinder zu Wort.

Montag, 23. März 2015

Drucken in der Schule macht Spass

Bild: schuldrucker.de
Bereits Célestin Freinet liess seine Schulkinder die Aufsätze mit Bleilettern setzen und dann drucken. Auf der ganzen Welt gibt es seither Schulen, welche eine kleine Druckerei für den Unterricht haben. Die Bergedorfer Waldorfschule (Hamburg) hat vor sieben Jahren gleiche eine ganze Druckerei übernommen. Dort stehen eine moderne Offset-Maschine und zwei traditionelle Buchdruckmaschinen. Auf diesen entstehen unter Mithilfe und Anleitung des pensionierten Druckers, Drucksachen für die Schule und von den Schülern. Zum Beispiel die monatliche Schulzeitung, Handzettel und Plakate für Veranstaltungen und natürlich Produkte aus dem Unterricht:

Der kurze Film gibt einen kleinen Einblick. Im Gegensatz zum Fotosatz oder Computersatz, ist das Setzen von Bleilettern (spiegelverkehrt mit einem kleinen Spiegel) ein äusserst geeignetes Hilfsmittel zur Förderung der Rechtschreibung. Wer sich selber fürs Drucken in der Schule interessiert, findet im Netz
- eine umfassende Übersicht,
- eine Schritt-für-Schritt-Anleitung,
- den Arbeitskreis Schuldruckerei.

Montag, 16. März 2015

Einführung in die Freinet-Pädagogik


Falls oberhalb nichts angezeigt wird: Dies ist eine Präsentation von Michael Ziemons, die einen Überblick über die Freinet-Pädagogik gibt. Sie kann auch auf dieser Seite auferufen werden: https://prezi.com/6kuowy9q-aht/copy-of-freinet-padagogik/# (einbetten fremder Inhalten ist technisch halt immer so eine Sache)

Montag, 9. März 2015

Die kindsorientierteste Weiterbildung der Schweiz

Unter dem Namen "Werktagung" treffen sich über die Auffahrtstage (13. bis 16. Mai 2015) Lehrerinnen und Lehrer zum gegenseitigen Austausch auf dem Herzberg bei Aarau. In sogenannten Ateliers stellen Kolleginnen und Kollegen Bewährtes vor und zur Diskussion. Daneben gibt es eine Ausstellung von Schülerarbeiten aus freier Arbeit und viel Zeit für informellen Austausch. Es besteht auch die Möglichkeit, nur einzelne Tage zu kommen.

Wer sich gerne nicht nur mit Kollegen aus dem eigenen Schulhaus austauscht ist hier genau richtig: verschiedene Leute aus verschiedenen Stufen und Kantonen, manchmal auch aus dem benachbarten Ausland: So konzentriert und kompakt kommt man selten zu inspirierenden Ideen. Nur einlassen muss man sich selber. (und heute noch hier anmelden - denn das gibt es nur alle zwei Jahre)

Programm
  • Ausstellung aus mitgebrachten Praxisbeispielen inspiriert und lädt zum Nachfragen ein.
  • Langzeitateliers an drei Morgen und Kurzzeitateliers jeweils am Nachmittag (Themen noch nicht festgelegt)
  • Abends wird es kulturelle Angebote und Austauschmomente

Dauer
  • Mittwochnachmittag bis Samstagmittag
  • Anmeldung bitte wenn möglich bis am 15. März 2015

Veranstalter
Die Werktagung wird von Lehrerinnen und Lehrern organisiert, die sich in ihrem Unterricht von den Ideen des Reformpädagogen Célestin Freinet ("das Kind in den Mittelpunkt stellen") inspirieren lassen.

Montag, 19. Januar 2015

Kinder lehren Kinder

Renate Kock legt mit ihrem Buch Kinder lehren Kinder eine Recherche zum Begriff des tâtonne-ment expérimental vor. Nach einer historischen Übersicht und der Abgrenzung gegenüber anderen Tendenzen arbeitet sie den Zusammenhang zwischen den individuellen Interessen und der Struktur des allgemeinen Arbeitsplanes heraus. Damit gelingt es Célestin Freinet sich von den ministeriellen Vorgaben abzukoppeln und transparent für die Kinder eine Struktur der Welt aufzubauen, die konse-quent an ihren eigenen Interessen orientiert ist. Die Kinder lernen also, dass ihr Bild der Welt sich nicht aus einer objektiven und vorgegebenen Sicht dieser Welt ergibt, sondern aus der Konstruktion ihrer eigenen Lernaktivitäten.

Der Titel des Buches ‘Kinder lehren Kinder’ ist also nicht der Ansatz ‘Lernen durch Lehren’ von Jean Pol Martin, in dem Kinder von einem Lehrer den Auftrag bekommen, in seine Rolle zu schlüpfen und dadurch dass sie ein Thema Lehren viel über dieses Thema lernen. Kock verdeutlicht den Ansatz von Freinets: Indem er die Freien Texte der Kinder zum Ausgangspunkt seines Unterrichts macht, das thematisiert, was die Kinder einbringen. Sie beschreibt vor allem auch, wie das Schritt für Schritt geschieht. ‘Kinder lehren Kinder’ bedeutet daher, dass das, was ihnen so wichtig war, das sie es in ihren Freien Texten erzählt haben, genutzt wird, um ihre Fragen dazu zu sammeln und diese schließlich im Unterricht zu bearbeiten.

Hier schliesst sich der Kreis zum Beitrag der letzten Woche: anstelle eines Schulbuchthemas der freie Text. So dminiert nicht der Lehrplan, sondern das Interesse der Kinder. Es ist der akribischen Darstellung von Renate Kock zu verdanken, dass nicht nur der Begriff des tâtonnement expérimental im Werk Célestin Freinets bestimmt wird, sondern, ausgehend von diesem Begriff auch Fragen an dieses Konzept Freinets möglich werden.

Renate Kock (2001): Kinder lehren Kinder – Der Begriff des tâtonnement expérimental im Werk Célestin Freinets – Hrsg. Jürgen Bennack, Baltmannsweiler, Schneider-Verlag Hohengehren, als gebundenes Buch bestellen: ISBN: 3-89676-404-7
als Taschenbuch bestellen: ISBN: 9783896764041

Dieser Beitragist eine bearbeitete und gekürzte Version einer Besprechung von Jürgen Göndör.

Montag, 12. Januar 2015

Auch virtuelle Schulbücher unterwerfen Kinder und Lehrer

Nochmals Schulbücher: In Zukunft sind Schulbücher interaktiv. Das scheint unbestritten. Und wenn alle Schulbücher von der Fibel in der ersten Primarklasse bis zu den Vorlesungsskripten an der Universität in einem iPad drin sind, hat das auch logistische und gesundheitliche Vorteile: es gibt weniger Gewicht herumzutragen.

Der kalifornischen Firma Apple schwebt vor, dass jeder Schüler oder Student nur noch ein Tablet-Gerät (natürlich aus Cupertino) bei sich hat. Die Lerninhalte können interaktiv erarbeitet werden, sind immer aktuell und sind dank Anschluss ans Netz immer aktuell. Wie das im Detail aussehen könnte, darüber hat der Infwiss-Blog bereits vor drei Jahren berichtet: Apple revolutioniert das Schulbuch.

Technisch mag das ausgefeilt sein, wie so manches von dieser kalifornischen Firma. Inhaltlich, das heisst von pädagogischen Standpunkt aus, ändert das an der Kritik Freinets überhaupt nichts: Ob man sich einem reellen oder einem virtuellen Diktat unterwirft, bleibt das selbe.

Montag, 22. Dezember 2014

Lehre ist ein Handwerk, das Geduld, Intelligenz und Bescheidenheit erfordert

Nach dem Ersten Weltkrieg, kommt ein neuer Lehrer in ein kleines Dorf in der Provence. Er verändert die Schule Schritt für Schritt... Der bekannte Spielfilm L'École Buissonière nach der Pädagogik Célestin Freinets als kleines Weihnachtsgeschenk:


Naiver und komplett unrealistischer Pfadfinderfilm. So oder ähnlich würden heutige Schulverantwortliche wohl urteilen. Dieser Film, der in manchem an dijenigen Pagnols erinnert, zeigt jedoch deutlich und richtigerweise: Demokratie funktioniert und stellt die einfachen Freuden des Lebens und den Fortschritt der Menschheit innerhalb der Reichweite von allen.

Der Film von Jean-Paul Le Chanois mit Bernard Blier ist ein Gegenmittel gegen Programme und Dogmatismus, aber er ist auch ein Beweis dafür, dass die aktiven Methoden schon lange vor den "Erziehungswissenschaften" erfolgreich waren. Die Lehre ist keine Wissenschaft, es ist ein Handwerk oder eine Kunst, die Geduld, Intelligenz und Bescheidenheit mehr als theoretisches Wissen erfordert. Die besten Köpfe und nicht gut gefüllte Köpfe. Man kann nur hoffen, dass alle, die etwas in der nächsten Reform der Lehrerausbildung zu sagen haben, begeistert sind.

Montag, 27. Januar 2014

Freinet und die moderne Schule heute

Célestin Freinet
Unter diesem Titel findet vom Mittwoch, 19. bis am Donnerstag, 20. Februar 2014 jeweils ab 8:30 ein internationales Kolloquium in Lausanne statt.

Unter den Referenten befinden sich diverse illustere Vetreter der französischen Freinet-Bewegung. Die Nachmittage sind reserviert für Ateliers mit Praktikern von Kindergarten, Volksschule, Mittelschule, Lehrerbildung, um das gehörte direkt umzusetzen und auszuprobieren.
 
Das Kolloquium findet an der Pädagogischen Hochschule in Lausanne statt. Das Programm ist bereits verfügbar.