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Montag, 18. Januar 2021

Schwierige Mehrzahlformen

Kakteen
Ich habe eine ganze Sammlung an Grammatikübungen, sortiert nach Themen. Ausgangslage war für mich die Kartei des Lehrmittels "Linda-Klasse" (leider im Moment vergriffen), ergänzt durch manches aus dem Netz, etwa von Frau Wegerer, Frau Rembold, Frau Eidenberger oder Frau Busch. 

Dann und wann ergänze ich das noch durch eine Übung am PC. Ich bin mir nicht so sicher, wie nachhaltig das ist, aber zur Motivation zwischendurch ...

Das ist ziemlich (!) schwierig! Diese Pluralformen sind zugegebenermassen gesucht, aber es soll ja auch Herausforderungen für die Besten (und uns) geben.

Direkte Veknüpfungen: https://learningapps.org/16061370 und Vollbild: https://learningapps.org/view16061370

Montag, 9. Oktober 2017

Gewaschenes Wasser und weitere Erkenntnisse

Montag ist Realiennachmittag; Theorie: immer vor Ort; ich stelle meinen Viertklässlern (fast) nur Fragen. Kürzlich kamen wir bei der städtischen Kläramlage vorbei ("Sie, wieso stinkt es da so?"). Im Erlebnisbericht ("Was habe ich heute Nachmittag alles gelernt?") schrieb Dzifa: "Das dreckige Wasser kommt in ein rundes Haus, wo es gewaschen wird. Nachher kann man es trinken." Und Eduard hat gelernt: "Der Mensch hat aus der Limmat drei Flüsse* gemacht. Aber zuerst macht die Limmat immer noch eine Runde in der Stadt."

Natürlich haben wir nicht nur zwei Lektionen Realien. Aber diese beiden Lektionen dienen dem entdeckenden Lernen, dem Selber denken. Erklären können wir uns gegenseitig und ich den Kindern ja immer noch im Schulzimmer. Ein Besuch der Kläranlage mit Führung kommt dann auch noch, aber im Moment erkunden wir die Wasserläufe im Quartier, der Stadt, ein Bach von der Quelle bis zur Flussmündung.

*gemeint sind der Fluss, der nördliche Nebenkanal des Kraftwerkes und der südliche Nebenkanal einer ehemaligen Fabrik.

Montag, 31. Juli 2017

Magie im Schulzimmer

Auch Kinder, die noch nicht französisch lernen, verstehen zumindest das zweite Wort der clés magiques. Das ist etwas magisches, hat mit Magie zu tun. In der Tat zaubern wir im Kanton Zürich und anderen Deutschschweizer Kantonen seit knapp zwanzig Jahren mit diesen Zauberschlüsseln im Französischunterricht - und zuweilen auch in anderen Sprachen.

Die Autoren des Lehrwerks Envol (5.-9. Klasse), Achermann, Bawidamann, Tchang-George und Weinmann haben diese neun Schritte zum Textverständnis zusammengetragen und sinnigerweise auf deutsch publiziert. Es geht ja darum, wie man französisch versteht, auch wenn man noch nichts - oder zumindest nur wenig - versteht.
Wir arbeiten mit den clés magiques im Französischunterricht ab der 5. Klasse (in welcher sie schrittweise eingeführt werden), setzen sie als Zauberschlüssel jedoch auch schon in der vierten Klasse mit Kindern mit Schwierigkeiten in der Texterschliessung im Deutschunterricht ein. Sechstklässlern halfen sie beim Verständnis eines irre komplizierten Textes der Gymnasiumsprüfungsvorbereitung, Kindern mit balkanesischer Muttersprache beim Entschlüsseln der Geheimnisse der Schweizer Geschichte und vielen anderen auch. Daneben eigenen sie sich auch im Englisch. [Ja, der dritte Schlüssel muss natürlich sinngemäss angewandt werden.]

Wer hat auch Erfahrung mit den clés magiques?
Wer hat Erfahrung mit anderen Textverständnishilfen?

Montag, 24. Juli 2017

Kurzvorträge: Dachs

Ich wollte von meinen Kindern Kurzvorträge hören. Da wir keine richtige Bibliothek im Schulhaus haben und es das erste Mal war, dass sie Vorträge vorbereiteten, brachte ich alte Jugendnaturschutzzeitschriften mit.

Der erste Auftrag war, anhand des Steckbriefes auf Seite zwei und einem A6-Notizblatt (Postkartenformat) innert 30 min einen Einminutenkürzestvortrag zu halten.


Dann, so dachte ich mir, würden die Kinder anhand der vier bis fünf Doppelseiten ein Cluster erstellen, sich mit dem Tier vertiefter befassen, selber einen Steckbrief schreiben und in der Folgewoche ein paar Minuten über das Tier frei erzählen.

Um die Zuhörer zum Zuhören zu animieren durften sie noch eine App auf Learningapps erstellen. Aus einer Woche wurde ein Monat, aber der Aufwand hat sich gelohnt:

Der Dachsvortrag eines Fünftklässlers war sprachlich auf sehr hohem Niveau. Das Kind, das sich sonst mündlich nur wenig beteiligt, zog alle sprachlichen Register und zeigte, was es kann. Inhaltlich hatte ich auch nichts auszusetzen. Zeigen kann man dies nicht; die schöne Dachszeichnung mag einem eine Ahnung davon geben.

Apps erstellte das Kind zwei, die eine als Kurzfassung des Vortrags für all' jene, welche den Vortrag nicht in der Schule hören konnten - also eine eigentliche Lern-App-, damit sie die Fragen in der zweiten App - die Überprüf-App - dann trotzdem beantworten könnten.

* ** *** ** *

Die Leistungen von Kindern einer separierenden Sonderschule, die in Regelklassen trotz Fördermassnahmen nicht beschulbar sind, können nicht eins zu eins mit denjenigen von Regelklassenkindern verglichen werden. Was ich für mich gelernt habe: Klare Vorgaben und Strukturen leiten die Kinder und geben ihnen Sicherheit. Das Gewähren der nötigen Zeit - auch wenn ich manchmal den Eindruck hatte, es gehe fast nicht vorwärts, lohnt sich und ermöglicht den Kindern zu entdecken, zu was sie alles fähig sind - hin bis zu freiwilligen "Hausaufgaben" in einer hausaufgabenfreien Schule.

Montag, 31. Oktober 2016

«Das war jetzt voll cool und ich will nun überhaupt alle, alle Biber-Aufgaben der anderen Stufen auch noch lösen.»

Vor zwei Jahren bin ich eher zufällig auf den Informatik-Biber gestossen - uns habe seither jedes Jahr mit meiner Klasse am Wettbewerb teilgenommen. Wahrlich, ich bin begeistert - meine Schulkinder auch.



Eigentlich geht es beim Informatik-Biber gar nicht um Informatik, sondern ums logische Denken. Er passt gut in den Informatikunterricht (den wir nicht haben). Ich verbuche ihn in der Mathematik und beim Leseverständnis. Der Wettbewerb kann im Laufe der Wettbewerbswoche zu einem frei gewählten (passenden) Zeitpunkt durchgeführt werden. Was es braucht ist einen Computerarbeitsplatz pro Schulkind und eine Anmeldung. Anmelden kann man sich beim Schulhausverantwortlichen - falls es einen solchen nicht gibt, kann man das auch selber werden. Man gibt die Namen der Kinder, das Schuljahr und ein Passwort ein, das ist alles. Die Fragen sind nämlich abgestuft für 3./4., für 5./6., für 7./8. und für 10.-13. Klasse.



Natürlich wollen wir gewinnen, auch wenn die Chancen für die Kinder einer Sonderschule klein sind. Stolz tragen sie jedoch das ausgestellte Diplom mit nach Hause und fleissig üben sie seit den Herbstferien. In der Tat: Auf der Seite http://wettbewerb.informatik-biber.ch stehen die Wettbewerbe seit 2011 zu Übungszwecken zur Verfügung. Ausserdem habe ich von http://informatik-biber.ch/aufgabensammlung/ die Aufgaben ausgedruckt und laminiert. Die so entstandene Biberkartei lösen die Kinder - auch übers Jahr verteilt - mit wasserlöslichen Filzstiften und waschen sie dann wieder sauber. Am Schluss jeder Rechenstunde gut zehn Minuten.

Für mich als Lehrer gibt es quasi nichts vorzubereiten - ausser auf dem Heimweg im Bus die alten Biberaufgaben zu lesen, dass ich dann den Kindern beim Üben bei Bedarf auch helfen kann. Der Begeisterungsfaktor bei den Kindern ist hoch - bei den Eltern ebenso... Ach ja, der diesjährige Biber-Wettbewerb findet nächste Woche statt. Schnellentschlossene können sich noch anmelden.

PS. Der Wettbewerb läuft nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Deutschland: http://informatik-biber.de und in Österreich: http://wettbewerb.biber.ocg.at (immer nächste Woche).

Montag, 17. Oktober 2016

Verbenalarm

Quelle: unbekannt
Der Lehrmittelhändler sandte eine elektronische Nachricht, er habe die Bestellung versendet. Wackeln Ihnen bei solchen Mitteilungen auch die Ohren, pardon, die Augen? Natürlich wandelt sich die Sprache, und die Zeiten der Gebrüder Grimm, als der Hund noch boll sind unwiderruflich vorbei. Nichts desto trotz können wir starke Verben im Unterricht thematisieren, ihnen den Vorrang geben und uns darüber freuen, wenn jemand einen Kuchen buk oder dass im vergangenen lager abends ein Feuer glomm.

Als Ariane C. Gehr vor drei Jahren die starken Verben in der Zeit thematisierte, erntete sie viel Zustimmung von Sprachfreunden. Oft ist es in der Tat schwierig aber sehr schön wenn einem dann die starke, respektive die richtige Form einfällt.

Den eher humoristischen Ansatz der Gesellschaft zur Stärkung der Verben, welche schwache Verben erstärkt, können wir uns - etwa bei starken Schülern etwa in der 5. oder 6. Klasse zunutze machen, um selbst einmal das Rad umzudrehen und sprachlich schöne Sätze oder Texte schreiben, für die wir die fehlenden starken Verbformen aus Spaß an der Arbeit mit der Sprache kurzerhand selber erfinden.

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Passende Übungen im Netz
Die Prinzessin auf der Erbse http://learningapps.org/1881711
Die Bremer Stadtmusikanten http://learningapps.org/1459980
Kleiner Lückentext http://learningapps.org/918438
Memory http://learningapps.org/2372982
Arbeitsblätter und analoge Lernspiele http://vs-material.wegerer.at/deutsch/d_zeit_stark.htm

Montag, 30. Mai 2016

Unaufgeregter Blick von außen

Schule - da ist ja jeder Fachmann. Meint man, weil ja jeder einmal ein paar Jährchen in die Schule ging. Und dann wird es ja auch nicht schwierig sein, als Journalist einmal so ein bisschen Schule zu geben?! Den folgenden Zufallsfund des NDR finde ich jedoch durchaus sehenswert. Der Fernsehmann geht äußerst behutsam und beobachtend vor. Außerdem bleibt die Führung bei den professionellen Lehrern; auch wenn er einmal punktuell unterrichtet, ist er nie alleine in der Klasse. Die Quintessenz leben wir alle Tage: Klare Regeln aufstellen und konsequent einfordern.



Für außenstehende Zuschauer ein unaufgeregter Beitrag über Schule heute. Das ist wohl das beste am Film. Nur schade, dass an dieser Schule mit Fachlehrern unterrichtet wird. So sind viele Ansätze modernen Unterrichts nicht wirklich möglich - man sieht auch nur Frontallektionen. Das ist per se nicht schlecht, aber gerade bei Kindern aus schwierigen Verhältnissen sind Bindung und Beziehung eine wichtige Lernvoraussetzung.

Dienstag, 17. September 2013

Fördern durch Fordern

Große Anstrengungen führen zum Erfolg, sagt die Hamburger Klosterschule. Und nicht nur in den sogenannten Hauptfächern, sondern auch in Musik oder Zeichnen. Die Lehrer fordern von den Kindern gute Leistungen, die Erfolge können die Schüler einheimsen. Kleines Detail von der Schule, welche lehren und lernen ganzheitlich angeht: Auch das Putzen des Schulzimmers gehört in den Verantwortungsbereich der Kinder.

Letzteres hat übrigens auch eine große Schweizer Industriefirma in ihrem Bürotrakt eingeführt. Selbst der Direktor leert nun seinen Papierkorb selbst und gemäß seinen Aussagen habe sich der Umgang zwischen den Hierarchien dadurch merklich verbessert.