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Montag, 10. Dezember 2018

Wie gute Schulen funktionieren

Skandinavische Schulen gelten als besonders erfolgreich. Ein Film, von dem hier ein Ausschnitt zu sehen ist, zeigt auf, wie sich in Finnland und Schweden in der ganzen Gesellschaft ein Innovationsklima ausbreitet. Die Autoren sind stolz, dass 70% des Jahrgangs an die Universität wechselt. Diese Aussage ist aus meiner schweizerischen Sicht nichtssagend. Wie hoch sind die Eintrittshürden der Hochschulen? Wie ist die Berufsbildung in einem Land organisiert? Unser duales System mit rund 80% Berufslehre (nach Sekundar- oder Realschule) und 20% Studium (nach Gymnasium) funktioniert seit Jahren gut und führt zumindest in der Schweiz zu einem wesentlich höhreren Beschäftigungsgrad als etwa in Italien oder Frankreich, wo die Maturitätsquote um ein Mehrfaches höher ist.



Nichts desto trotz lohnt sich der Blick nach Skandinavien (wie auch an jede andere Schule, der etwas besonders gut gelingt). Kann man die Leistungsspitze stärken und zugleich das allgemeine Niveau heben? Geht das: Lust und Leistung Hand in Hand? Schulen in Skandinavien zeigen, es geht. Und es geht in Skandinavien gut. Sie zeigen den Weg für eine Schule in einer Wissen- und Ideengesellschaft. Wie weit sich die Rezepte aus dem Norden bei uns eins zu eins anwenden lassen und wo sie angepasst werden müssen, diese Diskussion müssen wir selber führen - zum Beispiel in der Kommentarspalte unten; und ausprobieren in unserem Schulzimmer.

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Montag, 3. Dezember 2018

Bücher für den Wochenplanunterricht und Planarbeit

Ich war einmal an einem obligatorischen Kurs für Wochenplanunterricht und Planarbeit. Inhaltlich gab er leider nicht besonders viel her, aber der Büchertisch hinten im Saal war meines Erachtens wirklich gut. Manche Klassiker befanden sich darunter und auch einige Bände, auf die ich immer wieder gerne zurückgreife.

Das es keine Literaturliste gab, habe ich kurzerhand die Tiel selber selber notiert. Vergriffene (und auch andere) Bücher findet man in jeder guten Bibliothek. Oder man kann sie sich auf Weihnachten wünschen...

Montag, 2. Juli 2018

Tangram im Unterricht

Das Tangram besteht aus sieben Plättchen in einfachen geometrischen Formen. Die Plättchen entstehen durch das „Zerschneiden“ eines Quadrates in zwei große Dreiecke, ein mittelgroßes Dreieck, zwei kleine Dreiecke, ein Quadrat und ein Parallelogramm.

Aus diesen Plättchen können zahllose Formen gelegt werden, die dann schattenrissartig Tiere, Schiffe oder andere Gestalten zeigen. Üblicherweise müssen dazu alle Teile verwendet werden, wobei sie nicht übereinandergelegt werden dürfen.

Meine Buben sind im Moment völlig vom Tangram begeistert. Nun wollen wir selber ein Tangram zusägen, die Kanten schleifen und das Sperrholz einfärben.Passende Aufgaben gibt es viele. Für Geometrie, knobeln, Konzentrationstraining.

Mathematische Basteleien
Viele einfachere Vorlagen
Förderung mathematischer Kompetenzen mit Tangram

Montag, 6. März 2017

Entspannung auf dem Eisfeld

Aquarell von Ernst Bahn, 1922
Stadtmuseum Münster
Zweimal im Jahr gehen wir mit den Kindern vierer Kleinklassen (1. bis 5. Schuljahr) Schlittschuh laufen. Wer das ein bisschen häufiger macht, dem seien die zehn Lektionen von Jugend+Sport ans Herz gelegt. Didaktisch fundiert und technisch professionell. Die allgemeinen Regeln gelten aber auch für uns seltenen Gäste auf der Eisbahn.

Die Stunden auf dem Eis sind jeweils überraschend entspannt. Die Kinder zeigen sich gegenseitig, was sie können,stössen einander abwechslungsweise auf kleinen Stühlen über das Eis, während andere in der anderen Hälfte miteinander Hockey spielen, zum Beispiel drei gegen einen (der im Club ist).

Ich beobachte, helfe hier mal einem auf die Füsse oder zeige dort einmal einen "Trick". Daneben bleibt viel Zeit, um die Kinder zu beobachten. Wie bewegen sie sich im Raum, wie schnell machen sie Fortschritte, was entdecken sie selber, wer teilt sein Wissen, sein Können? Am Abend setze ich mich dann hin und schreibe eine Note fürs kommende Sommerzeugnis auf. Bei all den Kompetenzen gibt das meistens gute Noten - je nach Kind halt für etwas anderes: von ersten Schritten auf dem Eis, hin bis zu rückwärts gefahrenen Piroutetten...

Montag, 5. Oktober 2015

Viele Gedanken zum freien Unterricht

Studenten, die im Unterricht der Grundschule Berg Fidel in Münster hospitiert haben, stellen Schulleiter Reinhard Stähling Fragen zur Inklusion und zum Freien Unterricht. Dieser steht ihnen während fünf Viertelstunden Rede und Antwort. Man braucht entsprechend etwas Zeit - aber es lohnt sich. Deshalb kommt dieser Beitrag gerade zu Beginn der Herbstferien.

Montag, 31. August 2015

Aktuelle Weiterbildung in Zürich (September, Oktober 2015, April 2016)

Lehrerinnen und Lehrer, die sich vom freien Unterricht eines Célestin Freinets und anderen inspirieren lassen, treffen sich regelmässig zum Austausch. Diese Weiterbildung durch den Blick durch offene Schulzimmertüren fördert die Öffnung des eigenen Unterrichts, den Austausch unter Kolleginnen und Kollegen und trägt somit auch zur Qualitätssicherung und Weiterentwicklung des Unterrichts bei. Falls Sie noch nie vom französischen Reformpädagogen Freinet gehört haben: Viele seiner Ideen wurden in den letzten Jahren unter Begriffen wie Erweiterte Lehr- und Lernformen wieder aufgegriffen; ganz oder bruchstückhaft. Hier lernen Sie das Original kennen.

Aufgefallen ist mir eine Serie von drei Treffen, die in nächster Nähe zum Bahnhof Zürich stattfinden:
in der Pädagogischen Hochschule in Zürich, gleich neben dem HB jeweils von 14 – 16.30 h

16. September 2015 mit Donatus Stemmle
Schwerpunkt: Klassenrat und Demokratie
Der Königsweg für mitverantwortetes Lernen führt über den Klassenrat …

18. Oktober 2015 Susanne Thommen
Schwerpunkt: Multikultur&Heterogenität und Individualisierung
Der gute Umgang mit all jenen, die auch noch im Schulzimmer sind …

13. April 2016 mit Margret Schulz
Schwerpunkt: Reflexion der Lernprozesse
z.B. Lob und Dank und Anerkennung vor und auf der «offenen Bühne» …

Als Einstieg, zur Auffrischung, zur Anregung oder zur Vertiefung. Einmal oder zweimal oder alle drei Male. Es ist keine Anmeldung nötig. Kontakt: Donatus Stemmle

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Die fünfteiligen Serie von Wole Soyinka geht am nächsten Montag weiter.

Montag, 27. Juli 2015

Laborschule Bielefeld: über 40 Jahre auf dem Weg des Erfolgs

Die Bielefelder Laborschule ist staatliche Versuchsschule des Landes Nordrhein-Westfalen. Sie wurde, zusammen mit dem benachbarten Oberstufen-Kolleg, 1974 nach den Vorstellungen und unter der Leitung des Pädagogen Hartmut von Hentig gegründet. Sie hat den Auftrag, neue Formen des Lehrens und Lernens und des Zusammenlebens in der Schule zu entwickeln und diese Ergebnisse der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Ihre Arbeit ist also sowohl praktischer als auch theoretischer Natur.



Diese historische Dokumentation berichtet über diese Reformschule, in der wie im täglichen Leben die Themen ineinanderfliessen und nicht nach theoretischen Grenzen in Fächern eingeteilt sind. Die Versuchsschule Laborschule hat ein besonderes pädagogisches Profil sowie einen bleibenden pädagogischen Entwicklungsauftrag. Die Wissenschaftliche Einrichtung Laborschule begleitet und unterstützt diesen Prozess und wertet ihn aus.Der Beitrag stammt aus dem Jahr 1976.

Montag, 20. Juli 2015

Ein Blick zurück nach Sommerhill

Summerhill ist eine Demokratische Schule in Leiston (Suffolk, England) und gilt als eine der ältesten demokratischen Schulen der Welt. A. S. Neill gründete sie 1921 zu einer Zeit, als Reformpädagogik populär war. Derzeit wachsen rund 90 Kinder und Jugendliche verschiedener Nationen im Alter von 5 bis 17 Jahren in dem Internat auf. Nach dem Tod des Gründers im Jahre 1973 übernahm seine Frau Ena und ab 1985 ihre Tochter Zoë Neill Readhead die Schulleitung.

Diese Dokumentation ist die erste Filmdokumentation seit dem Tod des Gründers von Summerhill. Auch wenn die Bildqualität eher etwas verregnet ist, ein spannender Blick zurück.


Montag, 16. März 2015

Einführung in die Freinet-Pädagogik


Falls oberhalb nichts angezeigt wird: Dies ist eine Präsentation von Michael Ziemons, die einen Überblick über die Freinet-Pädagogik gibt. Sie kann auch auf dieser Seite auferufen werden: https://prezi.com/6kuowy9q-aht/copy-of-freinet-padagogik/# (einbetten fremder Inhalten ist technisch halt immer so eine Sache)

Montag, 2. März 2015

Frei und doch behütet phantasievoll und anregend lernen

Auch wenn nun bereits die ersten Blumen spriessen, hier noch die versprochenen Bilder aus dem Winterwald.



Der Wald fördert die Fantasie: Der Stein, den die Kinder ausgegraben haben, wird zum Kristall.
Gemeinsam etwas aushecken: Gut gehütet und doch frei, lernen die Kinder sich selbst zu beschäftigen. 
Gegen kalte Hände helfen im heissen Wasser erwärmte Steine.
Die Kinder machen sich bereit für hohen Besuch. Wo darf der Stadtrat auf dem Waldsofa hinsitzen?
«Du darfst neben mich sitzen.» Der Stadtrat bekommt ein Plätzchen offeriert.
Mit der Flöte ruft die Kindergärtnerin die Kinder zusammen um ein Lied zu singen.
Quellennachweise: Radio DRS
erster Teil | zweiter Teil | dritter Teil

Montag, 9. Februar 2015

Mutlos oder mutig

Foto: Karin Hofer/NZZ
Das ist wohl der Schrecken jeder besorgten Mutter und jedes verantwortungsbewussten Lehreres: Sackmesser mit scharfen Klingen, ein Plumpsklo unter freiem Himmel, wo man das, was man «gemacht» hat, ins Robidog-Säcklein einpacken muss, eine Feuerstelle zum Zäuseln, lotterige Laubhütten, selbst gezimmerte Turngeräte, Dreck, Nässe und Kälte, ein grosser Hund, der nicht an der Leine ist. Die Beispiele aus dem Waldkindergarten Rychenberg in Oberwinterthur zeigen jedoch einmal mehr, dass es sich lohnt, zweimal und ohne Berürungsängste hinzuschauen.

Der Waldkindergarten in Oberwinterthur ist einer von nur vier öffentlichen Waldkindergärten im Kanton Zürich. Geboren in der Not, möchte ihn niemand mehr missen: 2013 gab es zu wenig Schulraum für die neuen Kindergarten- und Schulkinder. Die Frage war: Wohin mit all den Kleinen? Die Kreisschulpflege schickte sie kurzerhand in den Wald und konnte sich so den alten Wunsch nach einem Waldkindergarten erfüllen.

Typischerweise gab es nicht sehr viele Stellenbewerbungen, dafür umso mehr Bedenken von Eltern. Wird mein Kind da nicht ständig nass, dreckig und krank? Kann man im Wald die Kinder seriös auf die Schule vorbereiten? Elternabende, Besuchstage, glückliche und gesunde Kinder beweisen: Es ist kein Überlebenstraining in gefährlicher Wildnis, der Lehrplan wird eingehalten. Oft ersehnt und gewünscht, packt uns dann doch die Angst, wenn es konkret wird: sei es ein Waldkindergarten, seien es Mehrklassenabteilungen, seien es wirklich freie Unterrichtsmethoden...

Bericht einer Journalistin des Schweizer Radios von ihrem Besuch im Waldkindergarten Winterthur im Februar 2013.

Montag, 22. Dezember 2014

Lehre ist ein Handwerk, das Geduld, Intelligenz und Bescheidenheit erfordert

Nach dem Ersten Weltkrieg, kommt ein neuer Lehrer in ein kleines Dorf in der Provence. Er verändert die Schule Schritt für Schritt... Der bekannte Spielfilm L'École Buissonière nach der Pädagogik Célestin Freinets als kleines Weihnachtsgeschenk:


Naiver und komplett unrealistischer Pfadfinderfilm. So oder ähnlich würden heutige Schulverantwortliche wohl urteilen. Dieser Film, der in manchem an dijenigen Pagnols erinnert, zeigt jedoch deutlich und richtigerweise: Demokratie funktioniert und stellt die einfachen Freuden des Lebens und den Fortschritt der Menschheit innerhalb der Reichweite von allen.

Der Film von Jean-Paul Le Chanois mit Bernard Blier ist ein Gegenmittel gegen Programme und Dogmatismus, aber er ist auch ein Beweis dafür, dass die aktiven Methoden schon lange vor den "Erziehungswissenschaften" erfolgreich waren. Die Lehre ist keine Wissenschaft, es ist ein Handwerk oder eine Kunst, die Geduld, Intelligenz und Bescheidenheit mehr als theoretisches Wissen erfordert. Die besten Köpfe und nicht gut gefüllte Köpfe. Man kann nur hoffen, dass alle, die etwas in der nächsten Reform der Lehrerausbildung zu sagen haben, begeistert sind.

Montag, 19. Mai 2014

Offener Unterricht

Offene Lernformen werden fächerübergreifend, klassenübergreifend und jahrgangsübergreifend angewandt. Das Lernspiel aus dem Film finden Sie unter www.innovativelernspiele.at

Montag, 12. Mai 2014

James Bond in der Mathematikstunde

Nach dem Beispiel offener Mathematikaufgaben mit Biskuits, hier noch ein zweites mit James Bond...



Auch hier handelt es sich um eine Aufnahme aus dem Unterricht, nicht gestellt und auch nicht perfekt. Gymnasiasten entdecken mit forschendem Lernen Kurvenscharen. Die eingesetzten Arbeitsblätter und eine Stundenbeschreibung sind im Netz bei der Pädagogischen Hochschule Freiburg erhältlich: http://primas.ph-freiburg.de/index.ph...

Montag, 28. April 2014

Forschendes Lernen in der Mathematik

Am Beispiel einer Mathemaitkstunde einer 4. Klasse erkennen wir den Wert von offenen Aufgaben und forschendem Lernen. Zum Beispiel mit der Kekspackung. Die Stundenbeschreibung ist ebenfalls im Netz aufrufbar. http://primas.ph-freiburg.de/index.ph... Solcher Unterricht fördert das forschende Lernen im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht.

Die

Montag, 10. Februar 2014

Offener Unterricht:... hier lerne ich was ich will!

Neuerscheinung
Es gibt eine andere Möglichkeit, Schule zu gestalten: Statt von Lehrern mit den richtigen und erwünschten Inhalten belehrt zu werden, dürfen Schüler lernen, was ihnen selbst wichtig ist, was sie selbst i nteressiert.

Falko Peschel hat vor 10 Jahren seine Dissertation Offener Unterricht in der Evaluation veröffentlicht und gezeigt, dass auch dann, wenn jeder tat sächlich nur das lernt, was ihn interessiert, was ihm wichtig ist und nicht einem vorgegebenen Lehrplan folgt, die Lernergebnisse überdurchschnittlich sowohl im Schreiben, Rechtschreiben, Lesen und Rechnen (Arithmetik) ausgefallen sind. Viele vertrauen nicht wirklich auf das 'Lernenwollen' der Kinder und bleiben bei der Auffassung stehen: 'Ohne Belehrung geht es nicht!'

Das Buch Offener Unterricht: ... hier lerne ich was ich will! versucht diesen grundlegenden Wechsel aus verschiedenen Perspekti ven zu beleuchten, der von Hartmut von Hentig mit dem Satz: 'Schule neu denken' schon 1993 gefordert worden war.

Kinder scheitern nicht in der Schule, weil sie einen Stoff nicht lernen können, sondern daran, dass sie ihn nicht auf diese Weise wie Schule ihn darbietet und verbindlich mach, ohne auf die Interessen ihrer Schüler Rücksicht zu nehmen lernen können oder lernen wollen. Von Célestin Freinet (1896 -1966) stammt die Geschichte, die zu dem Schluss kommt: 'Wenn man in der Schule Velofahren lernen würde und nirgendwo sonst, dann würden nur wenige Menschen Velo fahren!'

Das Buch Offener Unterricht: ... hier lerne ich was ich will geht einem Lernen nach, das dieser anderen ption folgt. Es folgt Comenius nicht in seiner 'Didactica' den Bedingungen des Lehrens, sondern in seiner 'Mathetica', den Bedingungen des Lernens. Es breitet einen Unterricht und einen Schulalltag aus, in dem die 'Lebenswelt' der Kinder im Mittelpunkt steht und so der Forderung der Reformpägagogik gerecht wird, diese Lebenswelt in die Schule zu holen. Wenn man die Kinder lernen lässt, was sie interessiert, was sie lernen wollen, lernen sie nicht nur alles das lernen, was dieser Lehrplan vorschreibt, sondern sogar noch viel mehr
.


Jürgen Göndör: Offener Unterricht:... hier lerne ich was ich will!: Von der Freiheit, das eigene Lernen im Unterricht selbst zu bestimmen jetzt portofrei bestellen

Schülermeinungen: 'Man kann zum Beispiel sagen: 'Ich mach jetzt eine Seite Mathe' und man kann auch mittendrin die Arbeit wechseln - ohne jemandem etwas zu sagen!' aus: Nachrichtensendung für Kinder: Logo über Offenen Unterricht vom 21.9.2006

'Das ist ja wohl die tollste Klasse der Welt. Hier kann man alles lernen, was man will und muss nicht immer auf die Tafel gucken. ...' Ihr wisst ja gar nicht, wie gut ihr es hier habt! Mehmet bei: Falko Peschel (2006): S. 816 

Lernergebnisse: 
Trotz durchschnittlicher bzw. leicht unterdurchschnittlicher Voraussetzungen liegen in der hier untersuchten Klasse bzw. Stichprobe überdurchschnittliche Ergebnisse sowohl für den Bereich der Schreib- und Rechtschreibentwicklung (Vgl. S. 605ff), als auch den Bereich des Lesenlernens (Vgl. S. 625ff), für den Bereich der Arithmetik (Vgl. 665ff) als auch für leistungsschwächer erscheinende Kinder - sogar für Kinder vor, die an der Regelschule als nicht 'beschulbar' galten und die daher in diese Klasse eingewiesen wurden. Auch sie haben im offenen Unterricht 'wider Erwarten' eine positive Entwicklung durchlaufen. In allen Bereichen hat kein lehrgangsmäßiger Unterricht stattgefunden. Die Behauptung, dass diese Bereiche nur mit einem expliziten Lehrgang erlernt werden können, müsse zumindest relativiert werden, da die Stichproben diese Annahme widerlegen. Falko Peschel (2006): Offener Unterricht in der Evaluation Lernen lassen statt belehren Die derzeitige Auffassung in der Schulpädagogik, dass automatisch jedem Lehren von der Seite einer LehrerIn auch das Lernen des gelehrten auf der Seite der Lernenden folgt, ist Unsinn. Lernen - das zeigen die Lerngeschichten einzelner Lernender sehr deutlich - ist die Leistung der Lernenden. Konsequente Lehre hindert Lernende am Lernen, weil sie - statt ihren eigenen Fragen in ihrem eigenen Lerntempo, ihrem eigenen Lernweg nachzugehen - ständig aufpassen müssen, auf das was die LehrerIn vorgibt. Manfred Spitzer sagt: 'Unser Gehirn ist für das Lernen optimiert. Es lernt nicht irgendwie und mehr schlecht als recht, sondern kann nichts besser und tut nichts lieber! .... Lernen ist buchstäblich kinderleicht.' (Spitzer, Manfred (2007): Lernen, Heidelberg, S. 14) Daraus folgt: Wir sollten endlich damit aufhören, dem Gehirn vorzuschreiben, wie es seine Arbeit tun soll - Lernenden vorzuschreiben, was und wie sie lernen sollen. 'Und wir können es anders und es wird Zeit, dass wir es anders machen.' (Hüther, Gerald, hier, S. 13)

Montag, 13. Januar 2014

Fazit eines radikal neu orientierten Unterrichts

Falko Peschel war der erste, der den Begriff des offenen Unterrichts wissenschaftlich definiert hat. Dabei liess er es jedoch nicht bei Wissenschaft und Forschung bewenden, sondern wandte die Ergebnisse auch eins zu eins in einer mehrklassigen 1./2. Klasse an, welche wiederum Grundlagen für seine Forschungsarbeit lieferte. Am Ende des Schuljahres wird Bilanz gezogen: Manches dauert länger, oft jedoch leisten die Kinder mehr.



Die Serie über den offenen Unterricht mit Falko Peschel zeigt deutlich, dass dieser freie und offene Unterricht den ewigen Teufelskreislauf durchbricht, in dem sich die Schule in vielen Klassenzimmern seit Jahrzehnten befindet. Mit Zeit, Lob, Klarheit, Vertrauen und Respekt gelingt eine neue, moderne Schule, eine Schule, in der das Kind im Mittelpunkt steht.

Hier geht es zu den ersten vier Teilen des Films, die im alten Jahr auf diesem Blog gezeigt worden sind:
Teil 1 des Films
Teil 2 des Films
Teil 3 des Films
Teil 4 des Films

Das Buch zum Film zum nachlesen. Offener Unterricht zum blättern und schmökern.
Falko Peschel: Offener Unterricht. Idee, Realität, Perspektive und ein praxiserprobtes Konzept zur Diskussion. Hohengehren: Schneider Verlag.

Montag, 16. Dezember 2013

Kinder wollen Leistungen erbringen

In modernen Schulen sind die Kinder in Sachen Sozialkompetenz viel weiter als Gleichaltrige in traditionellen Schulen. Manchmal gibt es Befürchtungen, das Kinder im offenen Unterricht weniger hohe schulischen Leistungen erreichen. Dies ist jedoch unbegründet. Untersuchungen in Frankreich [1] haben gezeigt, dass Kinder aus reformpädagogischen Schulen in weiterführenden Schulen bei den Leistungen durchwegs in der vorderen Hälfte angesiedelt waren.



In der Klasse befinden sich Kinder mit verschieden ausgeprägtem sozialen Gefühl. Wenn es darum geht, Probleme zu lösen führt dies in der Regel zum nötigen Korrektiv.

Freier Unterricht in der Grundschule, Teil 1
Freier Unterricht in der Grundschule, Teil 2
Freier Unterricht in der Grundschule, Teil 3

[1] Laun, Roland: Freinet - 50 Jahre danach

Das Buch zum Film zum nachlesen. Offener Unterricht zum blättern und schmökern.
Falko Peschel: Offener Unterricht. Idee, Realität, Perspektive und ein praxiserprobtes Konzept zur Diskussion. Hohengehren: Schneider Verlag.

Montag, 9. Dezember 2013

Kinder lernen vernünftig

Kinder lernen besser, wenn sie selber entscheiden können, wann sie was arbeiten können. Üblicherweise sind Kinder grundsätzlich motiviert. Sie wollen lernen, sie wollen können, sie wollen vorlesen, sie wollen arbeiten. Wie gelingt es, alles in einem Klassenzimmer unter einen Hut zu bringen?



Ich lerne, was ich will; Teil 1
Ich lerne, was ich will; Teil 2

Das Buch zum Film zum nachlesen. Offener Unterricht zum blättern und schmökern.
Falko Peschel: Offener Unterricht. Idee, Realität, Perspektive und ein praxiserprobtes Konzept zur Diskussion. Hohengehren: Schneider Verlag.

Montag, 2. Dezember 2013

Vertrauen in die Kinder

Im zweiten Teil des Films über die Grundschule, in der Falko Peschels Kinder in offenem Unterricht und mit Freiarbeit arbeiten kommen Eltern, Lehrer und Kinder zum Wort. Die offene Struktur ermöglicht es den Kindern, sich zu entfalten. Ein Zweitklassmädchen schreibt zum Beispiel eine dreissigseitige Geschichte.



Peschel überträgt den Kindern sehr viel Selbstverantwortung. Manche kommen dazu gut zurecht und profitieren davon. Andere brauchen mehr Zeit, um sich diesbezüglich zu entwickeln. Die Methoden der modernen Schule sind jedoch kein Zaubermittel, wie das Filmbeispiel zeigt, in welchem sich zwei Mädchen um eine Konfliktbewältigung bemühen, während der involvierte Knabe demonstrativ in einem Buch liest.

Ich lerne, was ich will - Freier Unterricht in der Grundschule; Teil 1

Das Buch zum Film zum nachlesen. Offener Unterricht zum blättern und schmökern.
Falko Peschel: Offener Unterricht. Idee, Realität, Perspektive und ein praxiserprobtes Konzept zur Diskussion. Hohengehren: Schneider Verlag.