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Mittwoch, 23. November 2022

Sprachlos naschen?

Wie heissen diese Dinger schon wieder?
Zur Adventszeit schrieb ich schon in früheren Jahren: Wie man Ruhe in die Adventszeit bringen kann etwa in Adventszeit beruhigen. Und über adventliche Traditionen, die man pflegen muss, damit sie nicht vor lauter Kommerz vergessen gehen in Gritti, Gritti, Grittibänz.

Doch wie heissen denn all' die feinen Dinge, die wir verfrüht im Advent oder dann an Weihnachten überhaupt essen? Während einige Kinder zu Hause gemeinsam backen und dann meist auch wissen, wie diese Biscuits (Guetsli) auch heissen, begnügen sich andere mit einem Oberbegriff, etwa Weihnachtsguetsli

Ich versuchte dann, dem mit gezielter Wortschatzarbeit etwas Gegensteuer zu geben. Dazu entstand ein Memory aus Karton und ein elektronisches: https://learningapps.org/1252369. Bei der Auswahl beschränkte ich mich in erster Linie auf das Gebäck, das im Weihnachtsschlager Zimetstärn han i gärn vorkommt, mit zwei, drei Ergänzungen aus dem alemannischen Raum (Süddeutschland, Deutschschweiz, Liechtenstein, Vorarlberg, Elsass).

Die Grossen machen ja schon die ersten Gehversuche in der französischen Sprache. Deshalb gibt es das Selbe auch in grün, respektive in französisch: https://learningapps.org/1283580.

Und weil manche Kinder am liebsten den ganzen Tag spielen würden, gibt es das Weihnachtsgebäck auch als online Spiel, sei es für ein Kind, sei es als Gruppenspiel: https://learningapps.org/27707852.

Direkt ausprobieren:



Mittwoch, 8. April 2020

Ostern für Erstleser

Vorgestern habe ich meine Osterwörter-App geteilt. Für Unterstufenkinder ist die etwas gar Textlastig. Das folgende Beispiel ist nicht von mir; ich fand es auf learningapps.org. Für alle Erst- und Zweitklässler, die morgen Donnerstag noch Schule haben (oder denen es zu Hause langweilig* ist):



Und unter dieser Adresse kann man das Buchstabenrätsel jederzeit wieder aufrufen: https://learningapps.org/1450412



* https://www.schlaumeier.online ist auch in den Osterferien jeden Tag um 9.00 Von Montag bis Freitag, incl. Karfreitag und Ostermontag.

Montag, 6. April 2020

Osterwörter - und was sie bedeuten

Für das Fach Religion und Kultur per Fernunterricht suchte ich nach etwas zu Ostern. Ich fand eine App bei learningapps.org, aber für meine Ansprüche war die mit einer Hand voll Worten viel zu klein. Die Kinder sollen je etwas lernen und nicht rasch drei Minuten etwas klicken. Also habe ich sie erweitert.



Wer die Verknüpfung behalten will: Hier ist sie: https://learningapps.org/10117639

Montag, 26. November 2018

Adventszeit beruhigen

Viele Kinder sind sich der Bedeutung der Adventszeit als vierwöchige Wartezeit auf Weihnachten gar nicht bewusst, insbesondere auch Kinder, die eher Geschenknachten feiern, oft nicht nur an einem Tag (24. oder 25. Dezebember), sondern durchgehend von November bis Neujahr.

Die Auswirkungen bei uns in der Schule sind bekannt: Nervosität, Konzentrationsschwierigkeiten und dergleichen häufen sich. Was hat sich bewährt, um Ruhe und Konzentration in der Adventszeit im Schulzimmer zu stärken?
  • Ein gemeinsamer Anfang. Das kann das tägliche Vorlesen eine (Fortsetzungs-) Geschichte sein oder auch ein Adventskalender, bei dem die Kinder bereits am Vorabend ihr "Törchen" öffnen und am nächsten Morgen bei Kerzenschein einen adventlichen Einstieg vorbereitet vortragen: Etwas über spezielle Tage oder Traditionen, eine Kurzgeschichte, ein Gedicht.
  • Ein Lied, das sich im Laufe der Adventszeit steigert: zuerst eine Strophe, dann zwei, dann drei und in der letzten Woche vier. Der Klassiker ist sicher "Wir sagen euch an, den lieben Advent". Zum Refrain meinte Selin, ein türkischstämmiges Mädchen, den könne es gut mitsingen, denn seine Freundinnen seien ja Christen, sie sänge immer für Nicole, wenn sie sänge "Freut euch, ihr Christen" und ihre Freundin soll sich ja auf Weihnachten freuen. Wer im alemannischen Raum (Deutschschweiz, Liechtenstein, Schwaben, Baden-Würtemberg, Vorarlberg) mit jüngeren Kindern arbeitet, greift wohl eher auf Vier Cheerze von Andrew Bond zurück.

  • Ich habe meinen Kindern vier Papierkerzen hingelegt als "Gutscheine", die sie im Laufe des Tages einlösen können (am nächsten Morgen lagen sie dann wieder an den Plätzen). Mit einem konnte man an einer Hörstation (ein Laptop mit Kopfhörern) ein Stück klassische oder weihnachtliche Musik hören - jeden Tag ein anderes. Mit einem anderen durfte man 10 min in die Bücherecke, mit dem dritten 5 min auf dem Balancierbrett balancieren, ...
  • Grittbänzen backen - respektive viel mehr den Teig anrühren und kneten. Das gleiche gilt auch für anderes Adventsgebäck, etwas Lebkuchen. Auch gibt es im (alten) Französischbuch Envol 5 ein einfaches und sehr schmackhaftes Rezept für Mailänderli.
  • Basteln: Gerade klassische Bastelaufgaben wie Engel, Tannenbäume, Sterne und dergleichen falten kann sehr meditativ und ruhefördernd sein.
  • Das gleiche gilt für Kerzenziehen.
  • Wie schreiben ein Buch: Jedes Kind schreibt eine Geschichte (Aufsatz) zu einem übergeordneten Thema (Weihnachtsgeschichte, Wintergeschichte, wahre Freundschaft o.ä.). Die Kinder überarbeiten die Geschichten in Kleingruppen (wenn man auch sonst von Célestin Freinet inspiriert unterrichtet); erstellen eine Reinschrift von Hand oder am PC und eine schöne Illustration, ggf. mit einer vorgegebenen Technik. Zu guter letzt ergibt dies dann ein (kopiertes) Lesebüchlein im Format A6 (dann wird es auch schön dick!) für jedes Kind am letzten Tag vor den Ferien und die Parallelklasse und die Schulbibliothek.
  • Für Erst- und vielleicht auch noch Zweitklässler gibt es einen wunderschönen Adventskalender von den vier Zwergen Zipf, Zapf, Zepf und Zipflewitz. Jeden Tag lädt ein Bild zum schauen, entdecken, sprechen, schreiben ein. Ein, zwei Sätze auch zum stufengerechten lesen. Dazu gehört eine CD mit 24 kurzen eingängigen Liedlein. Im Original sind die Lieder alemannisch/schweizerdeutsch (der Lehrmittelverlag nennt das "Mundart"). In der Zwischenzeit gibt es für Kolleginnen aus dem nördlichen Deutschland und Hinterarlberg auch eine schriftdeutsche Version (der Lehrmittelverlag nennt das "Hochdeutsch", als wären die alemannischen Dialekte nicht auch Hochdeutsch...).
Wichtig ist sicher, dass man nun nicht alles dieses Jahr ausprobiert, sondern sich auf wenig beschränkt, so dass unsere Schulstube uch wirklich zu einem Hort der Ruhe wird.

Hast du weitere Ideen? Dann schreibe sie doch unten ins Kommentarfeld!

Montag, 4. Dezember 2017

Gritti, Gritti, Grittibänz

Ich habe gehört, dass es in Deutschland offenbar auch Schokoladennikoläuse gibt. Hier in der Schweiz gibt es leider nur Schokoladenweihnachtsmänner. Da unser Auftrag in Religion und Kultur ja teaching about religion und nicht teaching in religion ist, sollten die Kinder ja auch den Unterschied zwischen Weihnachtsmann und Nikolaus kennen. Da ist einmal das Datum (6., respektive 25. Dezember), der Auftrag (Reflexion über das Verhalten, traditionelle Speisen, respektive Geschenke bringen) und die Kleidung (roter Mantel, Mitra, Bischofsstab versus rotes Kostüm und rote Zipfelmütze). Wir haben aus Alufolie, rotem Papier, Heissleim und einem Goldstift diese kleinen Nikoläuse gebastelt. Als Ausgangsbasis dienten verfrüht in den Läden angekommene Weihnachtsmänner.

Was der Nikolaus bringt (im Kanton Zürich): Lebkuchen Tirggel, Nüsse, Orangen, Mandarinen, Grittibänzen, eventuell kleine Schokoladen.
Grittibänzen backen: Was meiner Meinung nach die Grittibänzen geschmacklich viel besser macht, wenn man welche selber bäckt: Rosinen in Orangensaft einlegen, bevor man sie in den Teig mischt. Auch verwende ich dunkles Mehl oder sogar fein gemahlenes Vollkornmehl.

Und da man nach dem Backen und Basteln auch gerne ein bisschen singt, ist es gut, passende Lieder zu kennen. Da gibt es traditionelle wie Was isch säb für es Liechtli oder neue wie I-A, ja, ja; Gritibänz (beide von Andrew Bond) oder Gritti, Gritti, Grittibänz. À propos Grittibänz: Dieser Teigmann ist weit verbreitet, nur heisst er je nach Ort anders: Grättimaa in der Nordostschweiz, Elggermaa in der Region Winterthur, čert in der Tschechei, Stutenkerl in Nord- und Weckmann in Süddeutschland, Krampus in Bayern, Jean Bonhomme in Frankreich, Mannela im Elsass, Boxemännercher in Luxemburg und Grittibentz im Welschland. [Quelle: Migros-Magazin 50/2017, p. 50]

Montag, 6. Februar 2017

Von der Abschaffung von Religion und Kultur

Werden wir die Geister, die wir riefen, nicht mehr los?
Die Advents- und Weihnachtszeit ist vorbei, Fasnacht, Fastenzeit und Ostern stehen vor der Tür. Auch wenn viele unserer Schulkinder nicht (mehr) praktizierende Christen sind, prägen solche Zeiten den Alltag, sei es in Form von Strassenbeleuchtung, Omnipräsenz saisonaler Produkte in den Läden oder auch in Form von Geschenken.

Weshalb läuten um 7, um 11 und nachmittags täglich die Kirchenglocken? Weshalb gibt es Fasnacht? drei Tage frei an Ostern? Geschenke an Weihnachten? Wie kommt es, dass der Nikolaus den Kindern Gritibänzen bringt? Das alles erlebt das Kind mehr oder weniger intensiv. Bisher war das auch in der Schule ein Thema - je nach Kanton als Glaubensvermittlung oder eher sachlich (etwa Religion und Kultur im Kanton Zürich). Aber überall gab es ein Primat des Christentums als traditionelle oder ursprüngliche Leitreligion in unseren Breitengraden, als diejenige Religion, welche Kultur und Gesellschaft geprägt haben und immer noch prägen wie keine andere. Mit dem neuen Lehrplan 21 ändert sich dies nun aber massiv.

Daniel Kummer hat den künftigen Lehrplan analytisch durchforstet und erschreckendes festgestellt. Die meines Erachtens wesentlichsten Stellen habe ich farblich markiert:

1. Welche Begriffe kommen vor?
Das Wort ´christlich´ kommt genau zweimal vor. Das erste Mal mit Bezug auf die Bundesverfassung und die kantonalen Volksschulgesetze. Die Schule soll sich an folgenden Werten orientieren: „Sie geht von christlichen, humanistischen und demokratischen Wertvorstellungen aus. Sie ist politisch und konfessionell neutral.“ (Einleitung Bildungsziele) Das zweite Mal wird im Fach NMG gefordert, dass Schüler befähigt werden, „Gemeinsamkeiten und Bezüge zwischen Judentum, Christentum und Islam an Beispielen zu erläutern.“ (NMG. 12.5.g) Ansonsten gibt es keinen weiteren Bezug zu den unter Bildungszielen erwähnten Werten. Wie soll das gehen, wenn die Schule von christlichen Werten ausgehen soll?

Personen der Bibel, die in vielen Lehrplänen bisher vorkamen, ‚Mose‘, ‚Abraham‘, ‚David‘, sowie der Begriff ´Schöpfung´ kommen im gesamten Lehrplan nirgends vor. ´Jesus´ wird im Fachbereich NMG nur insofern erwähnt, dass die Schüler zum Leben bedeutender Gestalten aus verschiedenen Religionen (insbesondere Jesus, Mohammed, Buddha) Geschichten erzählen können. (NMG.12.2.b) Auf der Oberstufe sollen die Schüler die Bedeutung zentraler Gestalten aus den Religionen kennen, insbesondere „Jesus, Mohammed und Buddha anhand von Überlieferung, Darstellung und Verehrung< erläutern sowie aus weiteren Perspektiven betrachten (historisch, ästhetisch, kulturell).“ (ERG 5.1) Das sind die beiden einzigen Bezüge zu Personen unserer jüdisch-christlichen Vergangenheit.

Die ´Bibel´ kommt ein einziges Mal vor: „Die Sch. können (auf der Oberstufe) erläutern, wie heilige Schriften (insbesondere Tora, Bibel, Koran) überliefert wurden (z.B. mündliche, schriftliche Überlieferung, Handschriften, Buchdruck, Übersetzung) und wie sie verwendet werden (Rezitation, Meditation, Lesung, Auslegung).“ ERG. 5.1.b ‚Kirche‘ kommt nur in Zusammenhang mit Musikerleben und Kunstbetrachtung (je 2x), sowie bei den didaktischen Bemerkungen vor.

Die für unsere Kultur prägenden Feste des Kirchenjahres kommen wie folgt vor: ‚Palmsonntag‘, ‚Karfreitag‘, ‚Ostern‘, ‚Auffahrt‘, ‚Pfingsten‘, ‚1. August‘, ‚Bettag‘, ‚Weihnachten‘ werden im gesamten Lehrplan nicht erwähnt. 

Nun könnte man vermuten, dass die Kompetenzen ja inhaltsunabhängig formuliert werden und es lediglich Verweise auf ‚Feste‘ gibt. Je nach Einschätzung der Lehrperson können dann passende Feste ausgewählt werden: „können kulturelle Unterschiede (Herkunftsländer der Mitschülerinnen und Mitschüler) und Ähnlichkeiten beobachten und beschreiben (z.B. Alltagsrituale, Feste, Traditionen).“ FS1F.6.C.1.a Ist damit ausreichend auf unsere Kultur verwiesen? „können von Festanlässen in der Familie oder in der Umgebung erzählen und Anteil daran nehmen, wie andere Feste feiern.“ NMG.12.4.a Damit wird die Auswahl der Feste der schulischen Zufälligkeit Preis gegeben. Ein Lehrplan sollte mehr bieten! Wenn wir unsere Kinder so bilden wollen, dass sie unsere Kultur verstehen, braucht es den Bezug zur jüdisch-christlichen Überlieferung. Ein Kernpunkt jeder Bildung ist, dass man das, was uns geprägt hat, kennt?

2. Fehlen zentrale Inhalte im religiösen Bereich, weil der LP21 kompetenzorientiert ist?
Ein Blick auf andere Fächer zeigt ganz deutlich, dass an vielen Orten einerseits konkrete Inhalte aufgeführt werden und auch eine klare Ausrichtung auf verbindliche Werte eingefordert wird. Hierzu vier Beispiele:
„können darlegen, wieso die erste Hälfte des 20. Jahrhundert als Zeitalter der Katastrophen bezeichnet wird (insbesondere Erster und Zweiter Weltkrieg, Weltwirtschaftskrise, Holocaust unter Berücksichtigung von Diskriminierungen und Rassismus sowie des Phänomens Gewalt).“ (RZG.6.3.b)
„können die Geschichte von ausgewählten Institutionen und Menschen erzählen, die sich im 20. Jahrhundert für Freiheit, Frieden, Wohlstand, Gerechtigkeit oder nachhaltige Entwicklung einsetzten (z.B. UNO, Rotes Kreuz, Bertha von Suttner, Martin Luther King, Mutter Theresa, Nelson Mandela, Mahathma Ghandi).“ (RZG.6.3.c)
„kennen ausgewählte Schutz- und Verhaltensregeln zu Pflanzen und Tieren (z.B. Tierschutz, geschützte Pflanzen, Naturschutz) können daraus das Verhalten in ausgewählten Lebensräumen in der Wohnregion ableiten.“ (NMG.2.6.g)
kennen ihre Rechte im Umgang mit Sexualität (insbesondere Schutzalter, sexuelle Orientierung, Schutz vor Abhängigkeit und Übergriffen) und können ihre Verantwortung im Umgang mit Sexualität einschätzen.“ (ERG.1.3.b)

So sieht Bildung normalerweise aus. An vielen Orten wollen die Lehrplanverfasser Einstellung und Verhalten  der Schüler prägen. Werte werden nicht zur Disposition gestellt, sondern es wird eine klare Richtung der Bildung festgelegt. Diese Klarheit fehlt dort, wo an unsere jüdisch-christliche Kultur angeknüpft werden soll! Weshalb?

3. Ist der LP21 doch auch ein Stoffplan?
Das Wort ‚insbesondere‘ bei verschiedenen Kompetenzbeschreibungen weist gemäss dem Kapitel ‚Überblick und Anleitung‘ S. 7f darauf hin, dass die nachfolgenden Inhalte verpflichtend sind. Man hat also ein Instrument eingeführt, mit dem man auch Inhalte verpflichtend machen kann. Ist es nicht erstaunlich, dass man einerseits einen kompetenzorientierten Lehrplan verfasst, aber dann doch eine Fülle an verbindlichen Inhalten einfügt und sich so wieder einem Stoffplan annähert? Vermutlich können gewisse Kompetenzen nur an gewissen Inhalten gelehrt und gelernt werden. Paradox wirkt es, wenn in der Einführung steht:
„Beschrieben Lehrpläne bis anhin, welche Inhalte Lehrpersonen unterrichten sollen, beschreibt der Lehrplan 21, was Schülerinnen und Schüler am Ende von Unterrichtszyklen können sollen. An die Stelle von Lernzielen und stoffinhaltlichen Vorgaben treten fachliche, personale, soziale und methodische Kompetenzen, die die Schülerinnen und Schülern in den Fachbereichen erwerben.“ (Einleitung S. 7)

Wie kommt es dann, dass rund 650 konkrete Inhalte1 (plus verschiedene Inhalte in Klammern) im Lehrplan als verbindlich festgelegt werden? Insofern macht es nicht Sinn, dass im religiösen Bereich zentrale Themen unserer Kultur nicht einmal als Beispiele aufgeführt werden und so die inhaltliche Auswahl ganz der Beliebigkeit anheim gestellt wird.


4. Wie viel Distanz braucht es zur Religion?
Schule will ja bilden, das bedeutet, dass sie in der Innenwelt der Kinder etwas bewirken will. Diese Absicht drückt sich im Lehrplan unterschiedlich intensiv in den Kompetenzen aus. Aber im Religionsbereich wird bereits auf der Unterstufe eine distanzierte und von zentralen Elementen des christlichen Glaubens gelöste Perspektive sichtbar. Nicht mehr der christliche Glaube steht im Fokus als primäre Religion, sondern die Religionen. Überall im Lehrplan wird nicht von Religion sondern von Religionen gesprochen: „können an Beispielen beschreiben, wie Religionen menschliche Grunderfahrungen rituell gestalten.“ (NMG.11 2c)

Im ganzen Lehrplan fällt der Primat des Christentums von Anfang an weg! Dies war bisher in keinem Kanton der Fall, falls Religion irgendwie thematisiert wurde. Auch im Kanton Zürich, der das Fach ‚Religion und Kultur‘ eingeführt hat, wird der christlichen Religion eindeutige Priorität eingeräumt. In dem Sinn vollzieht der LP21 eine klar Abkehr von bisherigen Konzepten! Wollen wir das?

Als zweites Merkmal fällt der distanziert-beschreibende Zugang zum Phänomen ‚Religion‘ auf. Dies mag  auf der Oberstufe angemessen sein, aber in der Primarstufe ist das sowohl entwicklungspsychologisch als auch lernpsychologisch unpassend. Die Perspektive des sich entwickelnden und durchaus auch glaubenden Kindes ist nirgends im Blick.


Es bleibt zu fragen, ob wir in der Schweiz einen solchen Umgang mit unserer christlich geprägten
Kultur wollen, oder ob das nicht an der kindlichen und gesellschaftlichen Realität vorbei geht und in dem Sinne nicht konsensfähig sein wird. Wir brauchen doch eine Schule, die auf eine Gesellschaft vorbereitet, in der Kinder auch religiöse Phänomene wertschätzen, verstehen und damit umgehen lernen!

Montag, 4. Januar 2016

Dreikönig

The Magi, von He Qi, China
Religion in der Schule war lange ein heikles Thema. In der Zwischenzeit besteht weitgehend Einigung darüber, dass unterschieden werden soll zwischen Fachwissen über Religion, das die Schule vermitteln kann und die Vermittlung von Glaubensfragen und die Praktizierung der Religion, was Aufgabe des Elternhauses und der Glaubensgemeinschaften ist.

Einen ganz tollen und modernen Unterrichtsvorschlag zum Dreikönigstag fand ich auf einer englischen Seite; eingedeutscht gibt das sicher eine spannende Lektion - auch in höheren Klassen.

Ebenfalls positiv aufgefallen ist mir ein virtuelles Kunstmuseum, das klassische (und versteckt über den kleinen Direktor unten rechts auch moderne) Bilder thematisch nach Festkreisen gegliedert ausstellt.

Nur noch antiquarisch erhältlich ist das Minilükheft Religion 2 "Feste im Kirchenjahr", das den drei Weisen aus dem Morgenland eine Doppelseite widmet.