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Montag, 18. Dezember 2017

Halbfreier Ausdruck modern umgesetzt

Bleisatz mag aus didaktischen Gründen seine Berechtigung haben, aber Bleisatz kommt im realen Leben unserer Schulkinder nicht mehr vor. Was liegt da näher, als den freien Ausdruck sachte der Zeit anzupassen?

Eine Wiener Volksschule hat dies so gemacht:



Bei den „Ausflugsgeschichten“ ist zwar der Inhalt vorgegeben. Die „Spaziergangsklasse“ (nach Freinet) erarbeitet nach dem Ausflug gemeinsam einen Tafeltext. Die Zweitklässler sagen der Lehrerin, was sie schreiben soll. Der Bericht wird jedoch nicht zu Ende geshrieben. Die Kinder sind vielmehr aufgefordert, weiter zu berichten. Wie sie das tun bleibt ihnen freigestelt. Das gilt auch für die Erarbeitungen im Kunstunterricht. Es wird das vorhandene Material zur Verfügung gestellt. Die Kinder haben freie Hand bei der Entfaltung der Form.

Montag, 7. August 2017

Keine Maus

Die Haselmaus ist keine Maus. Dies ist die Quintessenz aus dem Vortrag (siehe Beitrag von vor zwei Wochen zu den Kurzvorträgen) eines meiner Viertklässler. Leseverständnis ist für ihn sehr schwierig. Die Arbeit mit der Kinderzeitschrift kam ihm sehr entgegen. Er arbeitete zwei oder sogar drei Tage an der gleichen Doppelseite. Die Abschnitte waren kurz und ihr Anzahl sehr überschaubar. Zuerst las er Titel und Bildlegenden, studierte die Bilder. Das ist die klassische Arbeit am schwer verständlichen Text, wie ihn das Französischlehrmittel Envol den Kindern mit den clés magiques (Zauberschlüssel) vermittelt.



Zur Illustration dienen auch hier (von oben nach unten): die Farbstiftzeichnung, die Gedankenlandkarte und der erweiterte Steckbrief mit schönen Zeichnungen in den Marginalien. Zur Überprüfung des Lernfortschrittes der Zuhörer des Vortrages diente dieses elektronische Kreuzworträtsel auf Learningapps.


Auf die Zauberschlüssel ist ein Andermal zurückzukommen - insbesondere da das sie enthaltende Lehrmittel am auslaufen ist und im August in den 5. Klassen erstmals das Nachfolgebuch in den Einsatz kommt.

Montag, 24. Juli 2017

Kurzvorträge: Dachs

Ich wollte von meinen Kindern Kurzvorträge hören. Da wir keine richtige Bibliothek im Schulhaus haben und es das erste Mal war, dass sie Vorträge vorbereiteten, brachte ich alte Jugendnaturschutzzeitschriften mit.

Der erste Auftrag war, anhand des Steckbriefes auf Seite zwei und einem A6-Notizblatt (Postkartenformat) innert 30 min einen Einminutenkürzestvortrag zu halten.


Dann, so dachte ich mir, würden die Kinder anhand der vier bis fünf Doppelseiten ein Cluster erstellen, sich mit dem Tier vertiefter befassen, selber einen Steckbrief schreiben und in der Folgewoche ein paar Minuten über das Tier frei erzählen.

Um die Zuhörer zum Zuhören zu animieren durften sie noch eine App auf Learningapps erstellen. Aus einer Woche wurde ein Monat, aber der Aufwand hat sich gelohnt:

Der Dachsvortrag eines Fünftklässlers war sprachlich auf sehr hohem Niveau. Das Kind, das sich sonst mündlich nur wenig beteiligt, zog alle sprachlichen Register und zeigte, was es kann. Inhaltlich hatte ich auch nichts auszusetzen. Zeigen kann man dies nicht; die schöne Dachszeichnung mag einem eine Ahnung davon geben.

Apps erstellte das Kind zwei, die eine als Kurzfassung des Vortrags für all' jene, welche den Vortrag nicht in der Schule hören konnten - also eine eigentliche Lern-App-, damit sie die Fragen in der zweiten App - die Überprüf-App - dann trotzdem beantworten könnten.

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Die Leistungen von Kindern einer separierenden Sonderschule, die in Regelklassen trotz Fördermassnahmen nicht beschulbar sind, können nicht eins zu eins mit denjenigen von Regelklassenkindern verglichen werden. Was ich für mich gelernt habe: Klare Vorgaben und Strukturen leiten die Kinder und geben ihnen Sicherheit. Das Gewähren der nötigen Zeit - auch wenn ich manchmal den Eindruck hatte, es gehe fast nicht vorwärts, lohnt sich und ermöglicht den Kindern zu entdecken, zu was sie alles fähig sind - hin bis zu freiwilligen "Hausaufgaben" in einer hausaufgabenfreien Schule.

Montag, 3. Juli 2017

Lustiges Faltspiel

Bei meiner Grossmutter haben wir das gespielt und manchmal auch an Wintertagen zu Hause nach dem Zvieri: Jeder zeichnet einen Hut, den er dann gleich umfaltet, sodass nur noch der untere Rand sichtbar ist, dann reicht man die Zeichnung weiter. Daraufhin zeichnet man einen Kopf, den man dann gleich umfaltet, sodass nur noch der Halsansatz sichtbar ist, dann reicht man die Zeichnung weiter.


Der nächste zeichnet den Rumpf, die Beine, die Füsse oder Schuhe. Er zum Schluss wird das Papier wieder aufgefaltet und die skurrilen Figuren werden begutachtet. Eine Kollegin hat dies im Zeichenunterricht mit ihren Zweit- bis Sechstklässlern getan. Ich habe die Bilder (im dunkeln Korridor) abgelichtet.