Sogenannte «künstliche Intelligenz», also von Algorithmen generierte Antorten hat zwar nur eine Trefferquote von 55% oder anders herum formuliert sind 45% falsch, doch neunzig Prozent der Schweizer Mittelschüler nutzen sie mittlerweile und geben automatisch generierte Inhalte als eigene Texte, Prüfungen oder Vorträge aus. Dies ergab eine Befragung bei 9000 Jugendlichen durch die Universität Zürich.
Und die Schulen? Dreizehn Prozent von uns Lehrern nutzt Algorithmen auf eine Art, die dem Lernen zuträglich ist und nur eine von fünf Schulen hat Regeln für den Umgang mit der Technologie. Kulturpessimismus sagen: Alles ist ohnehin verloren. Diese Fraktion ignoriert das Phänomen grösstenteils. Naive Tech-Optimisten sprechen gern luftig von «Chancen» und «Möglichkeiten» und fabulieren von den Verlockungen des virtuellen Klassenzimmers. Sie kleiden schlechte Nachrichten gern in wohlmeinende Worthülsen – bis alle beruhigt und keine Probleme gelöst sind.
Beide Ansätze bringen niemanden weiter. Schulen müssen – gemeinsam mit Eltern, Lehrpersonen und Jugendlichen – klare Regeln für den Umgang mit Algorithmen definieren. Und zwar möglichst sofort. Gefragt sind gemäss der NZZ bindende Vorgaben, nicht vage Absichtserklärungen, für Schüler und Lehrer:
- Algorithmen (KI) soll Lernassistenz, nicht Schummelcompagnon sein.
- Tech-Firmen müssen schleunigst technischen Möglichkeiten schaffen, damit Schulen den Gebrauch ihrer Werkzeuge sinnvoll einschränken oder gezielt ermöglichen können.
- Es braucht eine Stärkung der analogen Unterrichtssphären, in denen das Denken und das Lernen ohne KI im Zentrum stehen.
- Mindestens die Hälfte der Zeit im Klassenzimmer sollte ganz ohne elektronische Geräte stattfinden.

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