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Montag, 2. Oktober 2017

Effiziente Konvente

Heute muss ich doch eine kurze Gedenksekunde für meine frühere Schule einlegen: Nachdem der Konvent (anglo-germanisch auch Teamsitzung) vorletzte Woche mit 5 min Verspätung um 12:50 begonnen hatte, endete er um 13:30 pünktlich; zwei Traktanden mussten jedoch vertagt werden. Letzte Woche nun 3 min Verspätung, Beginn um 12:48, Ende 8 min zu früh um 13:22. Wohlgemerkt dauern die Konvente in G. sowieso nur 45 min - im Gegensatz zu H. haben sie nur schon auf dem Papier 90 min gedauert haben.

Und die Schulleiterin entschuldigte sich, dass es anfangs Jahr so viel zu besprechen gäbe und drum all dieser Administrativkram so viel Zeit verschlinge. Wie ist das zu erklären?

  1. Sitzungsleitung mit schriftlicher Traktandenliste (Sitzungsleiter ist abwechselnd ein Freiwilliger, dito Protokoll)
  2. Varia ("Runde") am Anfang, aber nur traktandiertes Varia; d.h. man muss Traktanden und Varia bis 3 Tage vor Konvent eintragen (Name, genaues Thema und Zeit) -> keine Schwatzbudenbetrieb "was mir auch noch gerade in den Sinn kommt". Beide Male musste je eine (! bei rund 30 Lehrern incl. Kindergarten, Hort, Fachlehrer, Abwart) Ausnahme für einen unangemeldeten 20-30 s Varia-Beitrag gemacht werden.
  3. Absolute Disziplin (einer spricht)
  4. Bewusst im Singsaal (Stuhlkreis) statt am grossen Lehrerzimmertisch (fehlende "Versteckmšglichkeit" hinter/unter Tisch, kein Zeichnen, lesen, blättern, etc.)
  5. Traktandenliste 3 Tage vorher im Fächli (ausser Varia) -> jeder weiss immer um was es geht, kann sich schon vorher (mindestens geistig) auf die Themen vorbereiten.

Und das noch entdeckt im Lehrerzimmer neben dem Protokollordner: Beschlussordner. Alle Beschlüsse werden zusätzlich hier notiert (Datum, Beschluss, Abst.-Resultat, Beschl.-Nr.)

Montag, 4. September 2017

Eröffnungsfeier

Wir hatten am Mittwoch die Eröffnungsfeier. Die hiess Kinderkonferenz und alle sassen im Singsäli klassenweise am Boden (d.h. wegen akutem Platzmangel die Sechstklässler auf der Seite auf den Stufen und die Erst- und Einführungsklässler* auf der Bühne. Zuerst sangen wir das Schulhauslied. Darauf standen jeweils von jeder Klasse in absteigender Reihenfolge zwei Kinder auf und stellten sich vor im Stil von "Ich heisse ... und gehe in die x. Klasse. Ich gehe gerne in der xyz zur Schule, weil ...". Der dazugehörige Klassenlehrer ergänzte jeweils einen oder höchstens zwei Sätzen zu seiner Klasse. Darauf wurden die Erst- und Einführungsklässler alle vorgestellt, die Fachlehrerinnen. Und weil es ja die Vollversammlung der Schule (Kinderkonferenz) war, bat ein Mädchen der 5. Klasse noch, im Gang nicht nach den aufgehängten selbstgebastelten Planeten zu haschen....

Fast alle haben einen leichten (bis starken) Einschlag in ihrem Deutsch, aber es sind sehr robuste Kinder, aufgestellte und freundliche. In meiner ganzen Karriere ist es mir bis jetzt noch in keinem Schulhaus passiert, dass sich klassenfremde Kinder bei mir erkundigt haben, ob ich nun der neue Lehrer sei (für die 4. Klasse, als Ersatz für Herrn B... etc.).+

* Kleinklasse A oder Einführungsklasse: Stoff der 1. Klasse in zwei Jahren.
+ Spionen sei gesagt, dass dieser Bericht nicht aus diesem Schuljahr stammt, sondern von einem Schulhaus, in dem ich nicht mehr unterrichte.

Montag, 21. April 2014

Kinder in die Entscheide einbeziehen: Demokratie im Klassenzimmer

Eine Primarschule im deutschen Landau stellt das einzelne Kind explizit in den Fokus ihrer pädagogischen Arbeit. Dazu hat sie nicht nur ein schulisches Gesamtkonzept geschaffen, in welchem eigenverantwortliches Lernen nicht ein Projekt unter vielen ist, sondern im Mittelpunkt steht. Die Kinder übernehmen Verantwortung für sich, das eigene Lernen und für andere. Diese gelebte Eigenverantwortung geht an der Schule mit Möglichkeiten zur Mitbestimmung



Die deutsche Schule beteiligt die Kinder an Entscheidungen zu ihrem eigenen Lernen, zu ihrer Klasse und zu ihrer Schule. Dieser Weg ist erfolgreich. Dies zeigt sich sowohl an den erfreulich glücklichen und kompetenten Schülern, als auch darin, dass die Schule als Modellschule für Partizipation und Demokratie gilt und 2010 mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet worden ist.

Dienstag, 1. Oktober 2013

Erfolgreiche Schule dank Demokratie

In der Primarschule im deutschen Landau steht das einzelne Kind im Fokus der pädagogischen Arbeit. Eigenverantwortliches Lernen ist im Mittelpunkt allen Tuns. Die Schule lässt die Kinder Verantwortung für sich tragen und für das eigene Lernen und für andere zu übernehmen. Dies geht Hand in Hand mit der demokratischen Beteiligung der Kinder an Entscheidungen zu ihrem eigenen Lernen, ihrer Klasse und ihrer Schule. Damit ist die Schule erfolgreich: Sie hat  glückliche und kompetente Schüler. Für die Partizipation und die demokratische Einbindung der Schulkinder in die Entscheidungsprozesse gewann sie den Deutschen Schulpreis 2010.


Ein Film von Lukas Hellbrügge und Noël Krää
Länge: 20:16 Min.