Freitag, 3. April 2020

Dranbleiben, Strukturen aufrecht erhalten


Wenn wir mit den Kindern nur noch per e-Mail und Videotelefonie verkehren, brauchen wir Hände, Augen und auch Münder vor Ort, die uns unterstützen. Das sind meistens die Eltern. Für die ist die aktuelle Situation unter Umständen ebenso schwierig, wie für uns. So bin ich dankbar für detaillierte Rückmeldungen, auch wenn daraus manchmal eigentliche Coachings entstehen. Einer Mutter, die drei Kinder zu Hause betreuen muss, teilzeitlich noch vom PC aus arbeiten sollte, antwortete ich: "Danke für die ausführliche Rückmeldung! Ich kann mir das lebhaft vorstellen. In der Schule haben wir manchmal auch solche Tage, an denen fast nichts geht, nicht einmal, wenn man die Portionen halbiert und noch kleiner macht.

Zu Ihrer Entlastung: Ich verkleinere die Portionen, nehme mir Zeit, soviel wie es mir fünf Kindern (in der Kleinklasse habe ich fünf Kinder) geht. Verbal - zur Motivation - übernehme ich durchaus Teile der Aufgaben, im Sinne von "komm, ich helfe dir, zusammen schaffen wir das doch!" aber in der Tat "finde" ich dann z.B. höchstens zwei, drei Teile beim Zusammensetzspiel - Es sind ja seine Aufgaben, nicht meine. Das kann zur Folge haben, dass er an einem Tag in der Rechnungsstunde vielleicht nur etwas zur Hälfte ausschneidet und die pädagogische Mitarbeiterin oder ich noch ad hoc ein paar Aufgaben mündlich mit ihm lösen.

Falls an einem Tag wie gestern fasst nichts geht, müssen Sie absolut kein schlechtes Gefühl haben. Denn Ihr Sohn arbeitet ja an Zielen (die ich nicht immer hinschreibe) wie: ich halte durch, ich schaffe es, ich kann schwierig scheinende Aufgaben lösen, ich kann Aufgabenschwierigkeitsgrade richtig einschätzen u.a.m. Wenn er deshalb an einem Tag dann nicht rechnet, ist bei ihm die Erreichung des Lernziels Mathematik nicht in Gefahr."

Dranbleiben, die Strukturen aufrecht erhalten ist enorm wichtig. Seit Montag hat ein Kind sich bei meinen halbtäglichen Anrufen versteckt. Gestern stand es zwar hinter der Kamera, aber es sprach: "Nein!" und plötzlich spielten wir online ein Würfelspiel. Einen Absturz aufgefangen.

Mittwoch, 1. April 2020

Fernunterricht mit Schülern mit besonderen Bedürfnissen

Bei den Schulkindern mit besonderen Bedürfnissen, wie Konzentrationsschwierigkeiten, Lernschwäche, Fremdsprachigkeit (DaZ), ADHS, u.a.m. steht nicht die Vermittlung des Schulstoffs im Vordergrund, sondern zuerst die Lern- und Arbeitsstrategien.

Ausserdem ist es - nicht nur bei diesen Kindern - wichtig, den persönlichen Kontakt zu pflegen. Während in meiner Klasse jedes Kind täglich mindestens zweimal telefonischen Kontakt mit der Schule hat, wovon einmal mit dem Klassenlehrer, bekam mein Sohn in den vergangenen elf Schultagen eine kurze Videobotschaft seiner Lehrerin.

Wie Fernunterricht für Schüler mit besonderen pädagogischen Bedürfnissen auszusehen hat? Kurz: Er ist so vielseitig, wie die Kinder; hat viele Facetten. Eine ziemlich ausführliche Seite im Internet stellt das alles so schön zusammen, dass ich nur noch darauf verknüpfen muss. Alles andere wäre Wasser in den Rhein tragen: https://wiki.edu-ict.zh.ch/mat/sus-beduerfnis

Dienstag, 31. März 2020

Wer ist noch müde?

Wer ist heute, zwei Tage nach der Zeitumstellung noch müde? Gemäss Untersuchungen haben knapp die Hälfte aller Frauen und über ein Drittel der Männer mit der Zeitumstellung Probleme.

In einer internationalen Studie hat Anna Goodman die tägliche Aktivität von 25 000 Kindern im Alter zwischen fünf und 16 Jahren in insgesamt neun Ländern untersucht. Darin steht ein missverständlicher Satz: „Wenn die Sonne später untergeht, spielen Kinder deutlich mehr im Freien.” Missverständlich, weil er nicht Normalzeit mit Sommerzeit vergleicht, sondern einen durchschnittlichen Sommertages, an dem die Sonne gegen 21:00 Uhr untergeht, mit einem durchschnittlichen Wintertag, an dem es bereits gegen 17:00 Uhr dunkel wird.

Die Studie von Anna Goodman hat jedoch auch den Unterschied von Normalzeit und Sommerzeit untersucht: Die Kinder bewegen sich durch die Zeitumstellung durchschnittlich zwei Minuten pro Tag mehr. Das ist nicht signifikant.


Die Frage ist - in Bezug auf die Kinder - viel mehr: Ist es sinnvoll, dass unsere Kinder morgens noch eine Stunde früher aufstehen müssen? Die Folge ist, dass sie permanent weniger als nötig schlafen.

Der Neurobiologe und Wissenschaftsautor Dr. Peter Spork präsentiert in seinem Buch “Wake up! Aufbruch in eine ausgeschlafene Gesellschaft” eine gesunde Alternative: Man solle die künstliche „Sommer“-Zeit abschaffen und mit der Schule später beginnen. Gleichzeitig solle man den Kindern vormittags mehr Freizeitaktivitäten ermöglichen, etwa das Training im Sportverein vor Schulbeginn anbieten und insgesamt dafür sorgen, daß sie sich vermehrt vormittags im Freien aufhalten.

Dann bekämen die Kinder exakt in dem Zeitfenster vermehrt Tageslicht ab, in dem es die positivste Auswirkung auf ihre innere Rhythmik hat. Gemeinsam mit dem früheren Sonnenuntergang durch die Beibehaltung der Normalzeit sorgt das bei Kindern und Erwachsenen dafür, dass sie abends früher schläfrig und morgens eher wach werden.

Montag, 30. März 2020

Rückbezügliche Verben auf französisch

Gegen Ende der Primarschule wird der Französischunterricht langsam anspruchsvoll. Da kann man sich nicht mehr nur mit Parallelwörtern durchmogeln. Aber selbst in der 6. Klasse...

Die beiden folgenden Übungen (zuerst lesen / Bild zuordnen, dann hören / Bild zuordnen) passen zu jedem Französisch-Lehrmittel. Wer noch mit Envol arbeitet, kann sie im Band 6 auf den Seiten 64, resp. 65 einsetzen. Bei anderen Französischbüchern wie Dis-Donc u.v.a.m. muss man die Seiten selber heraussuchen.





Die vorkommenden Verben - viele sind Parallelwörter - sind: se laver, se lever, se coucher, se maquiller, se doucher, se parfumer, s'habiller, se réveiller, se coiffer, se raseer.

Man findet sie auch unter diesen Links:
- Lesen: https://learningapps.org/10116773
- Hören:  https://learningapps.org/10116960

Donnerstag, 26. März 2020

Noch mehr Beschäftigungsaufgaben für Kindergärtler

• Bewegungsdrang; das Wetter lässt einem vielleicht nicht immer nach draussen… Mit den Kindern ein Workout auf Youtube aussuchen, gemeinsam durchturnen. Oder immer einer darf für ein paar Minuten vorturnen – das gleiche mit Tanzen. Tanzen hilft immer und hebt die Laune.
Danach gleich noch ein beruhigendes Yoga-Video einschalten, so kommt der Puls auch wieder runter.

Kickboards und Bobbycars reinholen, eine Rennbahn quer durch die Wohnung – mit Abgrenzung, Ziellinie, Plüschtier-Publikum. So ein Rennen läuft ja auch in echt nur über ein paar Runden und nicht ewig. Mit Malerklebeband Hüpfspiele oder Strassen auf den Boden kleben.

• Fernsehen; nicht nur konsumieren, auch mal selber machen – Videos drehen, stop-motion-filme kann man mit apps auf dem Handy oder Ipad sehr einfach selbst machen. Eine Familien-Tagesschau für all die Verwandten und Bekannten, die man nicht besuchen darf, drehen und versenden, einen Dokfilm über die eigene Katze… ihren Kindern fällt sicherlich was ein und es entsteht eine grossartige, medienpädagogisch wertvolle Erinnerung.

Und falls es doch Fernsehschauen sein sollte; statt nerviger Kinderfilme in Endlosschlaufe mal einen spannenden Tierdok oder eine Wissenssendung… ist was für gross und klein.

• Bauen; Hütten, Burgen, Zelte – und darin Picknicken. Machen sie in den Filmen immer, ist aber wirklich cool. Oder eine Kettenreaktion quer durch die Wohnung; da sind die grösseren Kinder vielleicht eher eine Hilfe, Papa wird’s aber lieben und die kleinen schleppen halt einfach Material an.

• Eine Theateraufführung; Puppentheater, Schattentheater, auch aus den Gewürzdosen in der Küche lassen sich schnell gute Protagonisten machen.

• Geschichten vorlesen, Geschichten erfinden, Geschichten spielen, Geschichten gehen immer.

Mittwoch, 25. März 2020

Ideen für Kindergärtler zu Hause

Wie aus den letzten Beiträgen ersichtlich ist, sind der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Nutzen Sie die «Corona-Ferien» um sich mit ihren Kindern auseinander zu setzen, um selbst wieder Kind zu sein. Es werden sicherlich keine Schwiegermütter oder ungeliebte Gäste vorbei kommen um Ordnung und Sauberkeit zu kommentieren, also nehmen Sie das Chaos locker und machen Sie das beste daraus.

Allgemein gilt; lassen Sie ihre Kinder möglichst viel selbst machen, stellen Sie sich dumm, beharren sie auf Details. Als Beispiel; zum Hütten bauen brauch es vielleicht erst einen Bauplan? Die Baustelle muss sicherlich abgesperrt werden… Eine Hütte ist erst fertig wenn sie auch genau eingerichtet ist, und dazu brauchts eine Klingel und einen Vorgarten und Beleuchtung und und und… Lassen Sie ihr Kind die Ideen haben – es wird verblüffend viel kommen, warten Sies ab.

Und, sehen Sie es positiv; am Ende werden diese Corona-Ferien für die Kinder ein unvergessliches Erlebnis- sie geniessen nämlich die Familienzeit wahnsinnig und bekommen die ganze Panik gar nicht wirklich mit.
Corona - Entertainment für die Kleinsten

Natürlich variieren die Interessen und Fähigkeiten von Kind zu Kind und von Alter zu Alter. Schätzen sie selbst ab, zu was ihr Kind schon fähig ist und was noch zu gefährlich ist.

Dienstag, 24. März 2020

So gelingen Videokonferenzen bei Fernunterricht

Fernunterricht landauf, landab. Wir Lehrer sollten mit den Kindern in Kontakt bleiben, täglich mit ihnen sprechen. Da drängen sich Videoanrufe oder gar Videokonferenzen direkt auf. Sie sind aber auch sehr anspruchsvoll, sowohl technisch als auch didaktisch, wie die Rückmeldungen in einer leicht chaotische Diskussion gestern Abend in unserem virtuellen Lehrerzimmer bestätigt haben.

Die Autoren der sehr empfehlenswerte Seite www.lernentrotzcorona.ch der Pädagogischen Hochschule Schwyz haben eine Seite zusammengestellt mit allen möglichen Werkzeugen und bewerteen sie gleich: Funktionen, Einsatz in der Schule, etc. Da gibt es z.B. eine gute Software namens Jitsi, die aber bei mehr als 5 Personen ans Limit kommt. Toll für Kleingruppen, da niemand etwas installieren muss, aber... Und nicht vergessen: nicht alles, was machbar ist, ist auch wünschbar (und umgekehrt).


Muss man mir wirklich beim Sprechen zusehen können, oder genügt es einfach zu hören, was ich sage, und ich schalte die Kamera nur dann ein, wenn ich den Bildschirm teile, denn Bandbreite frisst das Bild?