Montag, 10. Dezember 2018

Wie gute Schulen funktionieren

Skandinavische Schulen gelten als besonders erfolgreich. Ein Film, von dem hier ein Ausschnitt zu sehen ist, zeigt auf, wie sich in Finnland und Schweden in der ganzen Gesellschaft ein Innovationsklima ausbreitet. Die Autoren sind stolz, dass 70% des Jahrgangs an die Universität wechselt. Diese Aussage ist aus meiner schweizerischen Sicht nichtssagend. Wie hoch sind die Eintrittshürden der Hochschulen? Wie ist die Berufsbildung in einem Land organisiert? Unser duales System mit rund 80% Berufslehre (nach Sekundar- oder Realschule) und 20% Studium (nach Gymnasium) funktioniert seit Jahren gut und führt zumindest in der Schweiz zu einem wesentlich höhreren Beschäftigungsgrad als etwa in Italien oder Frankreich, wo die Maturitätsquote um ein Mehrfaches höher ist.



Nichts desto trotz lohnt sich der Blick nach Skandinavien (wie auch an jede andere Schule, der etwas besonders gut gelingt). Kann man die Leistungsspitze stärken und zugleich das allgemeine Niveau heben? Geht das: Lust und Leistung Hand in Hand? Schulen in Skandinavien zeigen, es geht. Und es geht in Skandinavien gut. Sie zeigen den Weg für eine Schule in einer Wissen- und Ideengesellschaft. Wie weit sich die Rezepte aus dem Norden bei uns eins zu eins anwenden lassen und wo sie angepasst werden müssen, diese Diskussion müssen wir selber führen - zum Beispiel in der Kommentarspalte unten; und ausprobieren in unserem Schulzimmer.

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Montag, 3. Dezember 2018

Bücher für den Wochenplanunterricht und Planarbeit

Ich war einmal an einem obligatorischen Kurs für Wochenplanunterricht und Planarbeit. Inhaltlich gab er leider nicht besonders viel her, aber der Büchertisch hinten im Saal war meines Erachtens wirklich gut. Manche Klassiker befanden sich darunter und auch einige Bände, auf die ich immer wieder gerne zurückgreife.

Das es keine Literaturliste gab, habe ich kurzerhand die Tiel selber selber notiert. Vergriffene (und auch andere) Bücher findet man in jeder guten Bibliothek. Oder man kann sie sich auf Weihnachten wünschen...

Montag, 26. November 2018

Adventszeit beruhigen

Viele Kinder sind sich der Bedeutung der Adventszeit als vierwöchige Wartezeit auf Weihnachten gar nicht bewusst, insbesondere auch Kinder, die eher Geschenknachten feiern, oft nicht nur an einem Tag (24. oder 25. Dezebember), sondern durchgehend von November bis Neujahr.

Die Auswirkungen bei uns in der Schule sind bekannt: Nervosität, Konzentrationsschwierigkeiten und dergleichen häufen sich. Was hat sich bewährt, um Ruhe und Konzentration in der Adventszeit im Schulzimmer zu stärken?
  • Ein gemeinsamer Anfang. Das kann das tägliche Vorlesen eine (Fortsetzungs-) Geschichte sein oder auch ein Adventskalender, bei dem die Kinder bereits am Vorabend ihr "Törchen" öffnen und am nächsten Morgen bei Kerzenschein einen adventlichen Einstieg vorbereitet vortragen: Etwas über spezielle Tage oder Traditionen, eine Kurzgeschichte, ein Gedicht.
  • Ein Lied, das sich im Laufe der Adventszeit steigert: zuerst eine Strophe, dann zwei, dann drei und in der letzten Woche vier. Der Klassiker ist sicher "Wir sagen euch an, den lieben Advent". Zum Refrain meinte Selin, ein türkischstämmiges Mädchen, denn könne es gut mitsingen, denn seine Freundinnen seien ja Christen, sie sänge immer für Nicole, wenn sie sänge "Freut euch, ihr Christen" und ihre Freundin soll sich ja auf Weihnachten freuen. Wer im alemannischen Raum (Deutschschweiz, Liechtenstein, Schwaben, Baden-Würtemberg, Vorarlberg) mit jüngeren Kindern arbeitet, greift wohl eher auf Vier Cheerze von Andrew Bond zurück.

  • Ich habe meinen Kindern vier Papierkerzen hingelegt als "Gutscheine", die sie im Laufe des Tages einlösen können (am nächsten Morgen lagen sie dann wieder an den Plätzen). Mit einem konnte man an einer Hörstation (ein Laptop mit Kopfhörern) ein Stück klassische oder weihnachtliche Musik hören - jeden Tag ein anderes. Mit einem anderen durfte man 10 min in die Bücherecke, mit dem dritten 5 min auf dem Balancierbrett balancieren, ...
  • Grittbänzen backen - respektive viel mehr den Teig anrühren und kneten. Das gleiche gilt auch für anderes Adventsgebäck, etwas Lebkuchen. Auch gibt es im (alten) Französischbuch Envol 5 ein einfaches und sehr schmackhaftes Rezept für Mailänderli.
  • Basteln: Gerade klassische Bastelaufgaben wie Engel, Tannenbäume, Sterne und dergleichen falten kann sehr meditativ und ruhefördernd sein.
  • Das gleiche gilt für Kerzenziehen.
  • Wie schreiben ein Buch: Jedes Kind schreibt eine Geschichte (Aufsatz) zu einem übergeordneten Thema (Weihnachtsgeschichte, Wintergeschichte, wahre Freundschaft o.ä.). Die Kinder überarbeiten die Geschichten in Kleingruppen (wenn man auch sonst von Célestin Freinet inspiriert unterrichtet); erstellen eine Reinschrift von Hand oder am PC und eine schöne Illustration, ggf. mit einer vorgegebenen Technik. Zu guter letzt ergibt dies dann ein (kopiertes) Lesebüchlein im Format A6 (dann wird es auch schön dick!) für jedes Kind am letzten Tag vor den Ferien und die Parallelklasse und die Schulbibliothek.
  • Für Erst- und vielleicht auch noch Zweitklässler gibt es einen wunderschönen Adventskalender von den vier Zwergen Zipf, Zapf, Zepf und Zipflewitz. Jeden Tag lädt ein Bild zum schauen, entdecken, sprechen, schreiben ein. Ein, zwei Sätze auch zum stufengerechten lesen. Dazu gehört eine CD mit 24 kurzen eingängigen Liedlein. Im Original sind die Lieder alemannisch/schweizerdeutsch (der Lehrmittelverlag nennt das "Mundart"). In der Zwischenzeit gibt es für Kolleginnen aus dem nördlichen Deutschland und Hinterarlberg auch eine schriftdeutsche Version (der Lehrmittelverlag nennt das "Hochdeutsch", als wären die alemannischen Dialekte nicht auch Hochdeutsch...).
Wichtig ist sicher, dass man nun nicht alles dieses Jahr ausprobiert, sondern sich auf wenig beschränkt, so dass unsere Schulstube uch wirklich zu einem Hort der Ruhe wird.

Hast du weitere Ideen? Dann schreibe sie doch unten ins Kommentarfeld!

Montag, 19. November 2018

Ist unser Hirn vernünftig?

Wir alle denken, dass wir als Mensch rationale Entscheidungen treffen. Unser Hirn fungiert dabei als eine Art Supercomputer, mit dessen Hilfe wir streng logisch das Für und Wider abwägen.
Doch wir täuschen uns.

In unserem westeuropäischen kulturellen Kontext werden wir in dem Glauben sozialisiert, dass der Mensch grundsätzlich vernünftig ist und logisch begründet, freie Entscheidungen treffen kann. Aber ist dies aus neurowissenschaftlicher Sicht überhaupt möglich? Im Rahmen seines Vortrages wird Prof. Jäncke aus der Perspektive der Neurowissenschaften erläutern, dass unser Gehirn ein hoch adaptives System ist, das sich an die unterschiedlichsten sozialen Gegebenheiten anpassen kann. Diese enorme Anpassungsfähigkeit führt allerdings zu interessanten Effekten, die im Alltag als Fehlwahrnehmungen, Illusionen, funktionelle Blindheiten und enormen Interpretationsphänomenen kenntlich werden. Daraus entfalten sich bemerkenswerte Konsequenzen für unseren privaten und beruflichen Alltag. Letztlich wird sich aus den dargestellten Befunden das Bild eines hochkomplexen und individuellen Individuums zeichnen, dass sich dynamisch an die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen anpasst.

Dienstag, 27. November 2018, 20:00-22:00
Gemeindesaal Männedorf, alte Landstrasse 250, 8708 Männedorf
SBB 730/S7: Männedorf (4 Minuten)
VZO 925/940: Zentrum Leue (1 Minute) 
Abendkasse Fr. 10.00

Frühere Artikel über Prof. Jäncke:

Montag, 12. November 2018

Innerlich zur Ruhe kommen

Sich auf den Moment einlassen, wach, aufmerksam und „richtig da“ sein, bei sich selbst ankommen, Ruhe finden: All das verbinden Menschen mit dem Begriff Achtsamkeit. Aber was verbirgt sich dahinter? Esoterik im modernen Gewand oder ein fundierter Ansatz? Und inwiefern können Schule und Lernende davon profitieren? Ein kleiner Film von Herrn Grolimund widmet sich diesem Thema:



Es gibt verschiedene Achtsamkeitsübungen, die sich für den Unterricht eignen. Eine davon stellt der obenstehende Film vor. Auf dieser Seite gibt es noch eine Anleitung zu den Achtsamkeitsübungen. Man kann sie auch praktisch als PDF herunterladen. Die Autoren sind Psychologen und leiten gemeinsam die Akademie für Lerncoaching.

Montag, 5. November 2018

Fehlende Abgrenzung, nicht vorhandene Authentizität und psychischer Störungen

In unserer Gemeinde gibt es einen Bildungsverbund, in dem sämtliche öffentlichen und privaten Schulen, die Bibliothek, die Kunsteisbahn und die Nachhilfeanbieter zusammengschlossen sind. Die organisierten am letzten Donnerstag einen Vortrag durch den führenden Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Michael Winterhoff, denn ich schon länger kenne und als genauen Beobachter und pointierten Redner schätze.




Als Kinder- und Jugendpsychiater und Tiefenpsychologe ist Winterhoff seit über 30 Jahren mit der Diagnose und Behandlung psychischer Störungen von Kindern und Jugendlichen vertraut. Ursache der Entwicklung von narzisstischen Persönlichkeiten liegen seiner Erfahrung nach in der fehlenden Abgrenzung der Eltern und einer nicht vorhandenen Authentizität und einer übertriebenen Aufwertung des Kindes. Als psychodynamischen Hintergrund im klassischen sieht er den Wunsch eines Elternteiles, dass das Kind dem Ideal eines Partners entsprechen (oedipale-Konstellation) oder das selbst nicht erreichte Idealbild erfüllen soll. Oben eingeblendeter Vortrag ist aus Deutschland, wo es gemäss Winterhoff deutlich schlimmer sei, als hier in der Schweiz, wo wir noch rund zehn Jahre "hintendrein" seien.

Weiterführende Literatur

Montag, 29. Oktober 2018

Ist unser Hirn vernünftig?

Zu diesem spannenden Thema "Ist unser Hirn vernünftig?" hält Prof. Dr. Lutz Jäncke, Professor und Dozent an der Universität Zürich, Neuropsychologe, einen öffentlichen Vortrag am 27. November 2018.

Wir alle denken, dass wir als Mensch rationale Entscheidungen treffen. Unser Hirn fungiert dabei als eine Art Supercomputer, mit dessen Hilfe wir streng logisch das Für und Wider abwägen. Doch wir täuschen uns.

In unserem westeuropäischen kulturellen Kontext werden wir in dem Glauben sozialisiert, dass der Mensch grundsätzlich vernünftig ist und logisch begründet, freie Entscheidungen treffen kann. Aber ist dies aus neurowissenschaftlicher Sicht überhaupt möglich? Im Rahmen seines Vortrages wird Prof. Jäncke aus der Perspektive der Neurowissenschaften erläutern, dass unser Gehirn ein hoch adaptives System ist, das sich an die unterschiedlichsten sozialen Gegebenheiten anpassen kann. Diese enorme Anpassungsfähigkeit führt allerdings zu interessanten Effekten, die im Alltag als Fehlwahrnehmungen, Illusionen, funktionelle Blindheiten und enormen Interpretationsphänomenen kenntlich werden. Daraus entfalten sich bemerkenswerte Konsequenzen für unseren privaten und beruflichen Alltag. Letztlich wird sich aus den dargestellten Befunden das Bild eines hochkomplexen und individuellen Individuums zeichnen, dass sich dynamisch an die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen anpasst.

Notieren Sie sich den 27. November 2018 bereits heute in Ihrem Kalender! Wir freuen uns auf Sie! Tickets (Fr. 10.00) können ab anfangs Oktober auf der Schulverwaltung und in der Bibliothek zu den Öffnungszeiten oder direkt an der Abendkasse bezogen werden.

Der Vortrag findet im Gemeindesaal "Leuen", alte Landstrasse 250, 8708 Männedorf, statt.
Bahnhof Männedorf (Linie 730/S7 ca. 4min)
Busstation Zentrum Leue (Linien 925/940 ca. 1 min)