Montag, 22. Juli 2019

Erfolgreicher Einstieg ins 2. Jahr Französisch mit Dis Donc! 6

Wenn Sie in der Deutschschweiz unterrichten, dann verwenden Sie im Französischunterricht mit grosser Wahrscheinlichkeit das Buch Dis Donc! In wenigen Wochen beginnt die 6. Klasse. Eine Kollegin verwendet die Vorhilfe-statt-Nachhilfe-Methode und dadurch haben die Kinder ihrer Klasse viel mehr Erfolg im Französisch-Unterricht. In diesem Beitrag zeigt sie konkrete Beispiele, wie sie in den ersten beiden Unités eingestiegen ist; was sie gemacht haben, bevor sie überhaupt das Buch geöffnet haben.



Vorhilfe statt Nachhilfe eignet sich auch für alle anderen Französischlehrmittel und selbstverständlich auch in anderen Sprachen, sei das nun Englisch, Italienisch, Russisch, ... Neben der Vorhilfe empfiehlt es sich auch, die neuen Themen genügend zu vertiefen. Eine Reihe von Lern-Apps findet man auf der Seite learningapps.org. Eine detaillierte Übersicht, sortiert nach Unités befindet sich auf diesem Blog: Apps für Dis Donc! 6.

Montag, 1. Juli 2019

Französisch-Unterricht bereits Ende 4. Klasse starten (Dis Donc! 5)

Seit einiger Zeit unterrichten wir in der Deutschschweiz Französisch mit einem neuen Lehrmittel. Es ist moderner und entspricht eher der Lebenswelt der heutigen Kinder; so kommen soziale Medien, Computer, das Internet oder Mobiltelefone vor...  Der Einstieg in die neue Fremdsprache ist aber ziemlich anspruchsvoll. Es lohnt sich, sich das sehr genau zu überlegen, damit die Kinder mehr Erfolg haben.

Das frühere Lehrmittel Envol 5 begann mit einer Unité 0, in der es um Fremdsprachen im Allgemeinen ging und darum Sprachen unterscheiden zu können. Ich bearbeite dieses Einführungskapitel jeweils Ende der 4. Klasse in den letzten zwei Wochen vor den Sommerferien. Das hat sich sehr bewährt und eignet sich auch ausgezeichnet als Vorbereitung auf jedes andere Lehrmittel, wie zum Beispiel Dis Donc! 5. Die Kinder sind jeweils sehr motiviert und Sprachkenntnisse einzelner Kinder lassen sich gut einbauen.



Karin Holenstein ist nicht nur begeisterte Primarlehrerin, sondern auch zertifizierte Birkenbihl-Trainerin. Im Französischunterricht kombiniert sie das offizielle Schulbuch Dis Donc! mit der Birkenbihl-Methode. In diesem Film zeigt sie, wie die Kinder durch die Dekodierung der Texte von Anfang an einen Einblick in die fremde Sprache bekommen und gehirngerecht lernen können. Dazu wendet sie das aktive und passive Hören an, mit welchem sich Nervenbahnen im Gehirn bilden können, bevor die Übungen aus dem Buch an die Reihe kommen. Dadurch haben die Kinder ihrer Klasse laufend kleine Erfolgserlebnisse. Das steigert die Motivation und entsprechend die Leistung.

Es lohnt sich also, gegebenenfalls noch kurzfristig, ein altes Buch im Keller zu holen und den Start der 5. Klasse jetzt aufzugleisen und nach den Sommerferien das neue Buch in den ersten Tagen noch im Kasten zu lassen.

Montag, 27. Mai 2019

Learning-Management-Systeme

Letzte Woche habe ich über mögliche Nachfolgesysteme von Educanet geschrieben. Für den Unterricht selbst spielen sogenannte Learning-Management-Systeme (LMS) eine zentrale Rolle. 

Eines der bekanntesten LMS ist das Integrierte Lern-, Informations- und Arbeitskooperations-System Ilias, das unter anderem an den Schulen in der Stadt Basel oder auch an der Pädagogischen hochschule Zürich zum Einsatz gelangt. Ilias liegt unter einer freien Lizenz vor. Auch bekannt ist Moodle, das von vielen Gymnasien eingesetzt wird.

Ein Kollege aus Freienbach etwa stellt den Schulkindern Arbeitsblätter, Aufträge oder auch Online-Tests zur Verfügung. Auch legt er Mathematikkurse an und erfasst unterschiedliche Materialien. Er lässt sich von der Zeitschrift Bildung Schweiz wie folgt zitieren: «Das kann ein Dokument sein, das ich dort ablege, eine Verknüpfung zu einer Internetseite oder eine von Moodle angebotene Lernanwendung, beispielsweise Tests oder Quizformen.» Das erleichtere den Unterricht. Vor allem Kleingruppen würden dann mit Moodle-Aufgaben arbeiten. Die Kinder mögen vor allem Tests am Computer. Selbsorganisiertes Lernen lasse sich mit Moodle sehr gut unterstützen (das kann man aber auch mit Klammerkarten, LÜK, Logico und anderen nichtvirtuellen Lernspielen). Richtigerweise schränkt der Kollege ein: «Als Lehrer darf man aber den Aufwand nicht unterschätzen, wenn man abwechslungsreiche Kurse anlegen will.»

Für den Einsatz in der Primarschule sind die meisten LMS mehr als eine Nummer zu gross. Mit Learningapps kann man im Kleinen erste Erfahrungen sammeln. Oder sehe ich das falsch? Gerne freue ich mich auf ergänzende Kommentare.

Montag, 20. Mai 2019

Educanet2 ist tot, es lebe Educanet3

Seit 18 Jahren gibt es Educanet, die Lernplattform der Schweizer Schulen. In der Zwischenzeit ist sie etwas in die Jahre gekommen. Aufgefrischt wird sie nicht mehr, sondern Ende 2020 eingestellt. Dann ist Schluss mit Chat und E-Mail in geschütztem Rahmen, Klassenhomepages, Adressbüchern, Courselets, Lernplänen, Lernerfolgskontrollen, Lerntagebüchern u.v.a.m. Viele Schulen setzen nun auf Office 365. Doch es gibt Alternativen.

DiePalette an digitalen Arbeits-, Lern- und Kommunikationsplattformen ist breit. Doch wo werden die Daten gelagert? In der Schweiz? Werden die Daten ausgewertet? Wie steht es mit dem Datenschutz? Im letzten Dezember wurde bekannt, dass sogenannte Diagnosedaten aus Office 365 an Microsoft fliessen. Wollen wir das? Dürfen wir das zulassen? Mit der seit letztem Monat verfügbaren Version Office 365 ProPlus lässt sich dies einschränken. Reicht das? Neben Microsoft (Office 365) ist auch Google gross im Geschäft mit den Schulen; GoogleClassroom ist die bekannteste Lernumgebung der Welt. Beide Firmen verdienen viel Geld mit der Auswertung von persönlichen Daten und deren Weiterverwendung in der Werbung. In "Medien und Informatik" müssen wir die Kinder für solche Zusammenhänge sensibilisieren. Was, wenn wir es trotzdem tun? Wo ist das die Vorbildwirkung der Schule?

Will eine Schule die Schuldaten in eigener Hoheit verwalten, so kommen dafür auch Open-Source-Lösungen in Frage. Univention bietet mit «UCS@school» eineIT-Umgebung an, die vom Schulsekretariat bis zu Lernanwendungen im Unterricht alle Funktionen abdeckt, aber wesentlich komplexer ist, als Educanet. Univention hat seit 2016 einen Rahmenvertrag mit educa.ch.Die Berner Stadtschulen verfolgen eine konsequente Open-Source-Strategie. Dabei setzen sie auf «base4kids2». Dieses umfassende Schulinformatik-Projekt basiert auf Open-Source-Anwendungen, die ausnahmslos auf stadteigenen Servern laufen. So behält die Schule Bern die Oberhoheit über ihre Daten.

Welches System der Nachfolger von Educanet, also quasi Educanet3 wird, ist noch nicht klar. Es ist jedoch zu befürchten, dass sich viele Schulen einem ausländischen Anbieter andienen und dabei didaktische und Sicherheitsaspekte hinten anstehen müssen. Eigene Lösungen mit quelloffener Software (open source) sind eine gute Alternative. Mit Installation und Wartung kann auch eine lokale Informatikfirma beauftragt werden.

Montag, 1. April 2019

Was Eisbären mit Schuleschwänzern zu tun haben

Letzte Woche habe ich auf eine Unterrichtsreihe und weiteres Material zum Klimawandel hingewiesen. Immer mehr Kinder machen sich ernsthaft und berechtigerweise Sorgen über den Klimawandel und die Untätigkeit vieler Erwachsenen. Hier kommt eine zweite Sammlung. Vielleicht schwänzen unsere Kinder am 6. April (internationale Klimademos) nicht die Schule, wenn sie merken, dass wir sie mit ihren Sorgen und Ängsten ernst nehmen.

Ich stelle aus solchen Materialien jeweils ganz viele kleine und grossen Posten zusammen, die dann eine Werkstatt oder eine Lernen-an-Stationen-Serie bilden. Dabei gibt es Pflichtposten, Wahlpflichtposten und Kürposten auf freiwilliger Basis. Die Bezeichnung ist jedoch individuell auf das Kind zugemünzt und deshalb auf seinem Arbeitspass vermerkt. Wichtig ist nur, dass alle Posten dann neu (meist von Hand mit Farbe) neu durchgehend numeriert werden.

Klimawandel - Arbeitsheft für Schüler





Der Klimawandel bringt auch die Eisbären zum Schwitzen. Noch nie gab es in der Arktis so wenig Eis wie heute. Als Folge davon werden die Jagdgründe der Eisbären immer kleiner, denn nur auf dem Eis finden sie ausreichend Nahrung. Wissenschaftler befürchten, dass die Eisbären in der Zukunft vom Aussterben bedroht sind.

In dem Arbeitsheft für die Grundschule begleitet eine Eisbärenfamilie die Schülern bei ihrer Spurensuche rund um Klima und Klimawandel. Wie entsteht Klima? Was sind die Folgen des Klimawandels? Wie kann eine klimafreundliche Schule aussehen? Mit Textaufgaben und kleineren Versuchen wird dieses komplexe Thema ganz einfach verständlich gemacht.


Diese Unterrichtseinheit ist vom deutschen Amt für Natur- und Umweltschutz. 



Ausserdem bin ich auf ein Bilderbuch für Kinder und Jugendliche (ab 8 Jahren) des deutschten Umweltbundesamtes gestossen. Es ist zwar vergriffen, kann jedoch weiterhin heruntergeladen und selber gedruckt werden:

Pia, Alex und das Klimaprojekt : Eine abenteuerliche Entdeckungsreise

Alex saß träumend da und malte Strichmännchen mit Schwertern auf den Rand seines Heftes. Die Klasse hatte gerade Deutschunterricht bei Frau Schneider. Während Frau Schneider an der Tafel die verschiedenen Zeitformen des Verbs erklärte, dachte Alex an die letzte Klassenarbeit in Mathematik. Er hatte nicht einen einzigen Fehler! Mathe machte ihm besonders viel Spaß. Das konnte man auch deutlich an seinen Heften erkennen.

Donnerstag, 28. März 2019

Von der Klimademo in den Unterricht

Grössere Kinder und Jugendliche gehen auf die Strasse für das Klima. Das bekommen auch die jüngeren Kinder mit. Betreffen tut es uns ja alle. Hier eine erste Über sicht an Materialien für den Unterricht mit Primar- oder Grundschülern:

 Eine Unterrichtsreihe der Freien Universität Berlin mit schön gestalteten Arbeitsblättern für die Grundschule und 5./6. Klasse (respektive die 6jährige Primarschule):

Arbeitsblätter zum Klimawandel

Einige Arbeitsblätter auf einem Blick

Rückgang der Gletscher Schmelzen der Polkappen Anstieg der Meeresspiegel

Farbe und Temperatur  Marktstand mit Gemüse und Obst im WinterErderwärmung und Artenvielfalt
























Auch das Österreichische Ökologische Institut bietet einige Arbeitsblätter an - vielleicht zur Ergänzung:

Arbeitsblätter Klimawandel


Der Bau von Treibhaus-Modellen (pdf-Datei, 59 Kb)
Brainstorming (pdf-Datei, 58 Kb)

Montag, 18. März 2019

Rhytmisch sprechen im Fremdsprachenunterricht

Illustration als Zitat aus dem besprochenen
Buch (Lehrmittelverlag Zürich)

Wer kennt sie nicht, die kleinen Sprüchlein, die wir als kleine Kinder zu Hause oder später im Kindergarten gelernt haben und dann einfach so aus Spass gefühlte tausend Mal aufgesagt haben oder die Grossmutter gebeten nochmal und nochmal uns vorzusagen.

Auch im Fremdsprachenunterricht lassen sich solche kleine Verse einbauen, denn das rhymisierte Sprechen hilft dort genau so gut wie uns in unserer Kindheit beim verinnerlichen von Sprachstrukturen - oft verbunden mit einem kleinen Witz. Das kommt auch im Deutschunterricht gut an, wenn die Verslein altersgemäss sind.

In der Deutschschweiz wird nun gerade ein neues Französischbuch eingeführt. Die französischen Laute kommen dort sehr kompakt vor: zwei, drei oder gar vier auf ein Mal. Wem (oder wessen Schüler) diese Ladung etwas zu geballt ist, der greift unter Umständen gerne auf die im alten Buch "Envol" eingeführten Gedichtlein mit den hilfreichen Illustrationen zurück. Einerseits sind sie meistens lustig und zweitens geht es in ihnen schwerpunktmässig jeweils um einen Laut.

son Dis donc! 5 Envol 5/6
ch – z / ou – u  
unité 1
unité 7 – x / unité 3 – unité 11  
ch – j  
unité 2
unité 15 / unité 9
on
unité 3
unité 10
ABC...Z
unité 4
x
an – in – on  
unité 5
unité 5 – unité 14 – unité 10
oi
unité 6
unité 1
Diese kleine Tabelle hilft zur Orientierung. So kann man sie lesen:
  • Der Laut "on" wird in Dis Donc im Kapitel 3 eingeführt. Entsprechend findet man dort einen Merkvers. Im Buch Envol gibt es das passende Pendent in Kapitel 10.
  • Die Laute "ch", "z", "ou" und "u" werden in Dis Donc im Kapitel 1 eingeführt. Zu "ch" gibt es einen Vers in Envol, Kapitel 7; zu "z" gibt es nichts (x) Vergleichbares in Envol; zu "ou" in Unitéé 3 und zu "u" findet man etwas in Kapitel 11.
Das finden meine Fünftklässler lustig:

Douze souris rouges
Douze souris rouges
Courent sous la douche
Jouent à faire des trous
Plouf! Dans la soupe!

Illustration als Zitat aus dem besprochenen
Buch (Lehrmittelverlag Zürich)
Und das haben sie gerade vor den Winterferien - je nach Können - vorgetragen oder vorgelesen:

Au mois de janvier
Au mois de janvier,
dans un restaurant français,
ma grand-mère gourmande
et ma tante Armande
mangent une orange
sans un franc.
Quelle chance!

Ausserdem findet man in Envol Verse zu den folgenden Lauten: qu (2), ai (4), au (6), é (8), eu (12), è (13), v/f (16), é/è/ê/ai (17).

Viele Französischübungen für das erste Lernjahr finden sich hier und hier.