Dienstag, 31. März 2020

Wer ist noch müde?

Wer ist heute, zwei Tage nach der Zeitumstellung noch müde? Gemäss Untersuchungen haben knapp die Hälfte aller Frauen und über ein Drittel der Männer mit der Zeitumstellung Probleme.

In einer internationalen Studie hat Anna Goodman die tägliche Aktivität von 25 000 Kindern im Alter zwischen fünf und 16 Jahren in insgesamt neun Ländern untersucht. Darin steht ein missverständlicher Satz: „Wenn die Sonne später untergeht, spielen Kinder deutlich mehr im Freien.” Missverständlich, weil er nicht Normalzeit mit Sommerzeit vergleicht, sondern einen durchschnittlichen Sommertages, an dem die Sonne gegen 21:00 Uhr untergeht, mit einem durchschnittlichen Wintertag, an dem es bereits gegen 17:00 Uhr dunkel wird.

Die Studie von Anna Goodman hat jedoch auch den Unterschied von Normalzeit und Sommerzeit untersucht: Die Kinder bewegen sich durch die Zeitumstellung durchschnittlich zwei Minuten pro Tag mehr. Das ist nicht signifikant.


Die Frage ist - in Bezug auf die Kinder - viel mehr: Ist es sinnvoll, dass unsere Kinder morgens noch eine Stunde früher aufstehen müssen? Die Folge ist, dass sie permanent weniger als nötig schlafen.

Der Neurobiologe und Wissenschaftsautor Dr. Peter Spork präsentiert in seinem Buch “Wake up! Aufbruch in eine ausgeschlafene Gesellschaft” eine gesunde Alternative: Man solle die künstliche „Sommer“-Zeit abschaffen und mit der Schule später beginnen. Gleichzeitig solle man den Kindern vormittags mehr Freizeitaktivitäten ermöglichen, etwa das Training im Sportverein vor Schulbeginn anbieten und insgesamt dafür sorgen, daß sie sich vermehrt vormittags im Freien aufhalten.

Dann bekämen die Kinder exakt in dem Zeitfenster vermehrt Tageslicht ab, in dem es die positivste Auswirkung auf ihre innere Rhythmik hat. Gemeinsam mit dem früheren Sonnenuntergang durch die Beibehaltung der Normalzeit sorgt das bei Kindern und Erwachsenen dafür, dass sie abends früher schläfrig und morgens eher wach werden.

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