Die Kinder- und Jugendmedizinerin Prof. Dr. Bea Latal ist Extraordinaria für Entwicklungspädiatrie ad personam an der Universität Zürich und leitet die Abteilung Entwicklungspädiatrie am hiesigen Kinderspital. Sie hat sich auf Kinder mit Entwicklungsrisiken – Frühgeborene und Kinder mit einem schweren angeborenen Herzfehler – spezialisiert. Im Rahmen von Langzeitstudien beobachtet sie deren Entwicklung, untersucht eventuelle Auffälligkeiten und Spätfolgen und unterstützt sie dabei, ihre Lebensqualität zu verbessern.
Im Interview 06.10.2020 (26:24 min) erfahren Sie, wie sich Kinder nach extremer Frühgeburtlichkeit entwickeln und welche Möglichkeiten die Medizin bietet. Sie gibt zudem alltagsnahe Empfehlungen, was frühgeborene Kinder stärkt und wo sie Unterstützung benötigen.Mittwoch, 2. März 2022
Mittwoch, 23. Februar 2022
Der Medienalltag von Kindern
«Wenn wir den Medienumgang von Kindern verstehen wollen, müssen wir ihren gesamten Alltag in den Blick nehmen», so das Plädoyer des renommierten Medienpsychologen, Professor für Mediensozialisation und Medienkompetenz an der Universität Zürich und Leiter des Psychologischen Instituts der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Daniel Süss. «Denn sowohl Medienerfahrungen als auch direkte Erfahrungen können entwicklungsförderlich oder riskant sein.»
Die von ihm betreuten repräsentativen Studien zum Medienalltag der
jungen Generation in der Schweiz (JAMES- und MIKE-Studien) liefern
jeweils die empirische Basis für den – in der Gesellschaft oft
kontrovers geführten – Diskurs über den «richtigen» Umgang mit Medien. Vortrag vom 01.09.2020 (59:49 min)
Mittwoch, 16. Februar 2022
Strahlenarme Kindergärten
Kleinkinder sollen vor hochfrequenter Strahlung in Innenräumen geschützt werden, denn unabhängige Studien von Hirnforschern weisen darauf hin, dass solche Strahlen vor allem bei Kleinkindern gesundheitsschädigend sein können.
In einer Petition verlangt der Verein "Schutz vor Strahlen" nun, dass Kindergärtnerinnen, Krippenleiterinnen und Eltern über diese Gefahren aufgeklärt werden und in Kindergärten und Kinderkrippen auf WLAN, DECT-Telefone verzichtet wird. Internet kann, dort wo nötig kabelgebunden sein. Funktelefone mit dem Full-Eco- oder Eco-Plus-Modus strahlen nur während dem Gespräch, sonst jedoch nicht, im Gegensatz zu den üblichen DECT-Telefonen.
https://schutz-vor-strahlung.ch/petition-schutz-vor-hochfrequenter-strahlung-in-kinderkrippen-und-kindergaerten/ (Petitionen dürfen von allen unterzeichnet werden, unabhängig von Alter oder Nationalität)
Freitag, 3. September 2021
Lepion und andere Leseportale im Vergleich
Der grösste Unterschied zwischen den beiden Leseportalen ist die Menge verfügbarer Bücher. Bei Lepion sind rund 10 000 Bücher erfasst, bei der Konkurrenz sind es zehn Mal mehr. Bei beiden kann ich fehlende Bücher selber erfassen, so dann das System auch will. Bei Antolin kämpfe ich seit einer Woche mit Hilfe des Supports. Da ich Kunde des Verlags bin, ist meine e-Mail-Adresse irgendwo hinterlegt, weshalb ich mich nicht registrieren kann. Aber das Passwort zurücksetzen geht auch nicht, da es noch kein Konto mit meiner e-Mail-Adresse gibt. Bei Lepion war bestand dieses Problem nicht.
Vergleich Leseportale
| Lepion | Antolin | |
|---|---|---|
| Anzahl Bücher (ca.) |
10 000 |
100 000 |
| Bücher selber erfassen |
ja |
ja |
| Anzahl Fragen |
8-12 |
10-15 |
| Zeit |
15 min |
19 min |
| Frage richtig beantwortet |
10 Pluspunkte pro Frage |
1 Pluspunkt pro Frage |
| Frage falsch beantwortet |
0 |
Minuspunkte |
| Anzahl Fragen aufs Mal am Bildschirm |
alle |
eine aufs Mal |
| Rückmeldung |
am Schluss des Quiz |
nach jeder Frage |
| Kosten |
Spende |
Jahresgebühr |
| für Schulen |
ja |
ja |
| für Bibliotheken |
ja |
ja |
| für Privatpersonen (Familien) |
ja |
nein |
| Trägerschaft |
privat (Stephan Dreisbach, Schulleiter) |
privat (Westermann Bildungsmedien Verlag GmbH) |
| Verbreitung |
Nordrhein, Westfalen, Bayern, deutschsprachiger Raum |
deutschsprachiger Raum |
| Auswertung/Statistsik für Lehrer |
ja |
ja |
| Liste aller Bücher verfügbar |
ja (pdf) |
ja (csv) |
Mittlerweilen sind in vielen Gemeinden und
Schulbibliotheken die ausgewählten Bücher mit einem Kleber versehen. Arbeitet die Schule der entsprechenden Gemeinde mit Lepion, so ist es ein Lepionkleber. Arbeitet die Schule der entsprechenden Gemeinde mit Antolin, so ist es ein Antolinkleber. So sieht das Kind auf den ersten Blick, dass es, wenn es dieses Buch ausleiht, nachher auch auf der Leseplattform Punkte sammeln kann. Bei Lepion können die Kinder auch gezielt nach Büchern suchen, die in ihrer (Schul-)Bibliohtek sind.
Die Lesefertigkeit ist mit vielen intellektuellen Fähigkeiten verbunden. Sie beeinflusst die Entwicklung des Vorstellungsvermögens, der Fantasie, der Sprach- und Ausdrucksweise und ist Grundlage für die Erfahrung, wie bereichernd und spannend Lesen sein kann. Diese Fähigkeiten und Erfahrungen zu entwickeln, zu fördern und zu schützen ist das Ziel von Antolin.
Fazit: Es zeigt sich einmal mehr, dass Antolin durch seine schiere Grösse einen grossen Vorteil hat: Es ist quasi jedes Jugendbuch mit einem Quiz vorhanden. Umgekehrt ist die Mitarbeit und die Eingabe eigener Bücher bei Lepion einfacher (ich stütze mich da auf Erfahrung bei Lepion und das Handbuch von Antolin). Da stellt sich dann die Frage, ob ich in meiner Freizeit lieber Lesequiz für eine gewinnorientierte Firma oder ein nichtkommerzielles Projekt eingebe. Lepion ist mir sehr sympathisch. Aber die Seite könnte durchaus etwas aufgefrischt werden; einige weniger wichtige Texte in den Hintergrund verbannt und die ganze Bildschirmbreite gebraucht werden. Für die Kinder spielt das wohl weniger eine Rolle. Sie lernen in der Schule eines der beiden Portale kennen und nutzen. Ein drittes Portal (LeseLilli) hat sein Angebot eingestellt.
Was sind deine Erfahrungen?
Montag, 19. April 2021
Feuerwehr im Unterricht
Die Feuerwehr ist magisch. Hört man das Horn in der Strasse, wer dreht nicht mindestens den Kopf zum Fenster hin? Wir haben letzte Woche von der Feurwehr gesprochen. Dazu verwendeten wir unter anderem eine Seite aus einem längst vergriffenen Mini-LÜK-Heft von 1973 (Umweltkunde 2).
Für die Viert- und Fünftklässler fand ich ein schönes Blatt über die Ausrüstung und eine Bildergeschichte mit einigen Vorübungen zum Schreiben. Auch aus dem Buch Feuer, Brandschutz & Feuerwehr in der Grundschule von Auer habe ich einige Seiten verwendet. Vieles als Posten, teils Pflicht, teils Wahlpflicht. Die Kleinen, pardon, Erstklässler, machten zwei Zusammensetzspiele von Ravensburger, die ich meinenn Sohn ausgeliehen habe. Diese bildeten dann die Grundlage für Bildbeschreibung und weiter Mündlichübungen.Die Kinder haben die Feuerlöscher im Schulhaus gesucht und gezählt und wissen die Notrufnummer 118 auswendig und haben Telefonübungen gemacht. In normalen Zeiten hätte ich noch versucht die städtische Feuerwehr zu besuchen.![]() | |
| Spannende Evakuatioonsübung (eigene Fotomontage) |
Eine gute Kollegin, die Schulleiterin ist, hat sich bei der Feuerwehr gemeldet und die Schule für eine Übung zur Verfügung gestellt. Das wurde zum grossen Anlass. Während die Feuerwehr im und ums Schulhaus übte, haben andere Feuerwehrmänner für die Kinder auf einem Teil des Schulareals verschiedene Posten zusammengestellt. Zum Schluss erfolgte die "Evakuierung" sämtlicher Kinder aus dem obersten Stockwerk über die grosse Drehleiter. Die Schulleiterin stand oben und sprach den zögernden Mut zu. Als das letzte Kind unten war, wollte sie das Fenster schliessen. Unten standen jedoch die Kinder und riefen ihren Namen. Auch die Feuerwehr kannte kein Pardon: Entweder die Drehleiter oder das Sprungruch! Mit weichen Knien und pochendem Herzen liess sie sich dann doch noch retten...
Zum Schluss noch zwei Computerwortschatzübungen, inspiriert vom Minilük:
- Leseverständnis: https://learningapps.org/19324406
- Hörverständnis: https://learningapps.org/19324573
Dienstag, 9. März 2021
Wenn der Hahn auf Englisch kräht
In unserem Englischbuch hat es im 3. Lernjahr (5. Klasse) eine Übung, bei der einerseits die Tiernamen repetiert werden und dazu die Tierrufe auf deutsch, französisch und englisch verglichen werden. Da dazu nur schnell eine Tabelle ausfüllen etwas öde ist, haben wir am nächsten Tag das noch ein bisschen trainiert: mit einem Logico (Bild zu Text), zwei Übungen am Computer (Text lesen zu Bild und Text hören zu Bild), ein Tier zeichnen mit einer Sprechblase, ein Kreuzworträtsel aus dem Schulbuch (laminiert zum Abwaschen), ...
In einer grösseren Klasse könnte man das die Hälfte der Kinder parallel zu einer geführten Einheit tun lassen oder in den Wochenplan einbauen.
Die Computerübungen spielten wir dann zu guter Letzt noch gegeneinander (das geht, wenn sie über die gleiche Antenne oder den gleichen Switch am Netz angeschlossen sind) gespielt. Für die Kinder war das schon fast wie zu Hause... Spielifizierung (oder auf englisch Gamification) nennt man das in der Fachsprache. Immer möchte ich das nicht, aber zwischendurch - weshalb nicht?
Oder hier die Verknüfungen: https://learningapps.org/18122435 / https://learningapps.org/18122333
Das passt wohl zu jedem Englischbuch, in welchem "Tiere" behandelt werden und sowieso zu lehrbuchunabhängigem Unterricht. Bei YoungWorld von Klett zu Band 3, unit 6.
Montag, 1. März 2021
Präsenzunterricht an Primarschulen darf nicht verboten werden
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| Foto: Ennio Leanza / NZZ |
Glaser schreibt: "Das im März 2020 von der Regierung angeordnete und nach der Aufhebung im April 2020 von vielen Seiten wiederholt geforderte Verbot von Präsenzunterricht an sämtlichen Schulen ist verfassungswidrig. Es verstösst gegen den grundrechtlichen Anspruch jedes Kindes auf ausreichenden und unentgeltlichen Grundschulunterricht (Art. 19 BV). Denn ein solches Verbot erfasst flächendeckend gesamtschweizerisch den Unterricht der obligatorischen Schule auf der Primarstufe und der Sekundarstufe I.
Anspruch auf Primarschulunterricht
Der von den Lehrpersonen häufig mithilfe elektronischer Informationstechnik unterstützte Fernunterricht der Kinder an deren privatem Aufenthaltsort ist nicht ausreichend im Sinne der Verfassungsbestimmung. Wie das Bundesgericht in ständiger Rechtsprechung urteilt, muss der Grundschulunterricht «die Schüler sachgerecht auf ein selbstverantwortliches Leben im modernen Alltag vorbereiten». Mit Blick auf den vor der Pandemie noch verbrämten Fernunterricht hielt das Bundesgericht fest, dass ein ausreichender Primarschulunterricht nicht nur schulisches Wissen vermitteln, sondern entwicklungsspezifisch auch die Fähigkeit zum Zusammenleben in der Gesellschaft fördern muss.
Der Anspruch auf Primarschulunterricht wird daher verletzt, wenn dem Kind nicht die Fähigkeiten vermittelt werden, die ihm erlauben, an der Gesellschaft und am demokratischen Gemeinwesen teilzuhaben. Ausserdem dient der obligatorische Schulbesuch laut Bundesgericht der Wahrung der Chancengleichheit aller Kinder und fördert die Integration. Durch Fernunterricht kann jedoch gerade die Integration der Kinder geschmälert werden. Verschiedene neue Studien vonseiten der Erziehungswissenschaft im Zusammenhang mit dem Fernunterricht während der Pandemie bestätigen diesen Befund. Fernunterricht für bestimmte Klassen oder auch Schulhäuser während des begrenzten Zeitraums einer Quarantäne lässt sich im öffentlichen Interesse der Pandemiebekämpfung rechtfertigen. Auch Massnahmen, die im Vergleich zu Fernunterricht milder sind, wie die Aussetzung des Schwimmunterrichts oder die Pflicht zum Maskentragen, lassen sich bei hinreichend belegter Gefahr und Wirksamkeit der Massnahmen unter Umständen rechtfertigen. Das Verbot von Präsenzunterricht auf dem gesamten Kantonsgebiet oder gar schweizweit erweist sich dagegen in jedem Fall als nicht erforderliche Einschränkung des Anspruchs auf Primarschulunterricht.
Arsenal der Epidemiologie
Dies gilt umso mehr, als Kinder und Jugendliche gemäss Verfassung Anspruch auf besonderen Schutz ihrer Unversehrtheit und auf Förderung ihrer Entwicklung haben. Solange andere Massnahmen, die im Arsenal der Epidemiologie noch vorgeschlagen werden, nicht ergriffen wurden, beispielsweise die Schliessung von Skigebieten oder die Testpflicht bei der Einreise in die Schweiz, verbietet sich die Einschränkung des verfassungsrechtlich geschützten Präsenzunterrichts in der obligatorischen Schule ohnehin. Landesregierung und Kantonsregierungen setzen den Anspruch auf unentgeltlichen Primarschulunterricht in der zweiten Welle der Covid-19-Pandemie bis jetzt zwar konsequent durch, massgebliche Gründe wurden bisher aber nicht genannt. Sollte die Forderung nach Schulschliessungen lauter werden, können sich Bundesrat und Kantonsregierungen in ihrer Entgegnung ausdrücklich auf die Verfassung berufen: Art. 19 der Bundesverfassung verbietet die kantons- oder schweizweite Umstellung auf Fernunterricht in der Primarschule und auf der Sekundarstufe I."
Andreas Glaser ist Professor für Staats-, Verwaltungs- und Europarecht an der Universität Zürich und Direktoriumsmitglied des Zentrums für Demokratie Aarau (ZDA).





