Donnerstag, 28. März 2019

Von der Klimademo in den Unterricht

Grössere Kinder und Jugendliche gehen auf die Strasse für das Klima. Das bekommen auch die jüngeren Kinder mit. Betreffen tut es uns ja alle. Hier eine erste Über sicht an Materialien für den Unterricht mit Primar- oder Grundschülern:

 Eine Unterrichtsreihe der Freien Universität Berlin mit schön gestalteten Arbeitsblättern für die Grundschule und 5./6. Klasse (respektive die 6jährige Primarschule):

Arbeitsblätter zum Klimawandel

Einige Arbeitsblätter auf einem Blick

Rückgang der Gletscher Schmelzen der Polkappen Anstieg der Meeresspiegel

Farbe und Temperatur  Marktstand mit Gemüse und Obst im WinterErderwärmung und Artenvielfalt
























Auch das Österreichische Ökologische Institut bietet einige Arbeitsblätter an - vielleicht zur Ergänzung:

Arbeitsblätter Klimawandel


Der Bau von Treibhaus-Modellen (pdf-Datei, 59 Kb)
Brainstorming (pdf-Datei, 58 Kb)

Montag, 18. März 2019

Rhytmisch sprechen im Fremdsprachenunterricht

Illustration als Zitat aus dem besprochenen
Buch (Lehrmittelverlag Zürich)

Wer kennt sie nicht, die kleinen Sprüchlein, die wir als kleine Kinder zu Hause oder später im Kindergarten gelernt haben und dann einfach so aus Spass gefühlte tausend Mal aufgesagt haben oder die Grossmutter gebeten nochmal und nochmal uns vorzusagen.

Auch im Fremdsprachenunterricht lassen sich solche kleine Verse einbauen, denn das rhymisierte Sprechen hilft dort genau so gut wie uns in unserer Kindheit beim verinnerlichen von Sprachstrukturen - oft verbunden mit einem kleinen Witz. Das kommt auch im Deutschunterricht gut an, wenn die Verslein altersgemäss sind.

In der Deutschschweiz wird nun gerade ein neues Französischbuch eingeführt. Die französischen Laute kommen dort sehr kompakt vor: zwei, drei oder gar vier auf ein Mal. Wem (oder wessen Schüler) diese Ladung etwas zu geballt ist, der greift unter Umständen gerne auf die im alten Buch "Envol" eingeführten Gedichtlein mit den hilfreichen Illustrationen zurück. Einerseits sind sie meistens lustig und zweitens geht es in ihnen schwerpunktmässig jeweils um einen Laut.

son Dis donc! 5 Envol 5/6
ch – z / ou – u  
unité 1
unité 7 – x / unité 3 – unité 11  
ch – j  
unité 2
unité 15 / unité 9
on
unité 3
unité 10
ABC...Z
unité 4
x
an – in – on  
unité 5
unité 5 – unité 14 – unité 10
oi
unité 6
unité 1
Diese kleine Tabelle hilft zur Orientierung. So kann man sie lesen:
  • Der Laut "on" wird in Dis Donc im Kapitel 3 eingeführt. Entsprechend findet man dort einen Merkvers. Im Buch Envol gibt es das passende Pendent in Kapitel 10.
  • Die Laute "ch", "z", "ou" und "u" werden in Dis Donc im Kapitel 1 eingeführt. Zu "ch" gibt es einen Vers in Envol, Kapitel 7; zu "z" gibt es nichts (x) Vergleichbares in Envol; zu "ou" in Unitéé 3 und zu "u" findet man etwas in Kapitel 11.
Das finden meine Fünftklässler lustig:

Douze souris rouges
Douze souris rouges
Courent sous la douche
Jouent à faire des trous
Plouf! Dans la soupe!

Illustration als Zitat aus dem besprochenen
Buch (Lehrmittelverlag Zürich)
Und das haben sie gerade vor den Winterferien - je nach Können - vorgetragen oder vorgelesen:

Au mois de janvier
Au mois de janvier,
dans un restaurant français,
ma grand-mère gourmande
et ma tante Armande
mangent une orange
sans un franc.
Quelle chance!

Ausserdem findet man in Envol Verse zu den folgenden Lauten: qu (2), ai (4), au (6), é (8), eu (12), è (13), v/f (16), é/è/ê/ai (17).

Viele Französischübungen für das erste Lernjahr finden sich hier und hier.

Montag, 11. März 2019

In fünf Schritten zum binnendifferenzierten Unterricht

Ich habe bereits mehrmals über das Churermodell berichtet. Es ist weit weniger radikal, wie etwa offener Unterricht nach Freinet, Montessori oder anderen Reformpädagogen, aber wohl gerade deshalb verbreitet es sich so schnell. Wer einen (nächsten) Schritt in kindsorientiertem Unterricht wagen will, schafft das in fünf einfachen Schritten.
  1. Wer ins Churermodell starten will, muss das Schulzimmer umstellen. Auf www.churermodell.ch finden sich einige Hinweise dazu.
  2. Die Inputs kurz halten, um Lernzeit für die Schüler und Zeit für die Lernbegleitung und-beratung für die Lehrperson zu gewinnen.
  3. Den bestehenden Unterricht – soweit es geht – in die neue Struktur integrieren.
  4. Erfahrungen mit differenzierenden Lernangeboten machen. Gut überlegen, was mit den Ergebnissen der Lernaufgaben geschieht. Selbstkontrollmöglichkeiten einbauen.
  5. Schritt für Schritt machen und zu sich selbst Sorge tragen. Wird die Situation unübersichtlich, Komplexität für sich und die Schüler reduzieren.

Montag, 4. März 2019

Redensarten und ihre Bedeutung

Was soll ich über Redensarten schreiben? Es gibt sie und wer aus einer sprachbewussten Familie kommt oder viel liest, dem begegnen sie regelmässig und der versteht sie. Die anderen lernen sie in der Schule. In unserem Sprachbüchlein "Linda-Klasse" kommen Redensarten wiederholt vor. Ein Schüler hat dazu eine App passend zu Band 2 erstellt.



Und weil üben am PC manchen Kindern mehr Spass macht, habe ich auch die Redensarten aus Band 6 erfasst, da meine jetzigen Kinder nicht so Computer-affin sind.

Redensarten sind natürlich so universell, dass sie an kein Sprachbuch gebunden sind. So finden diese beiden Übungen vielleicht noch ein paar Benutzer mehr...



Und wer die beiden Apps unabhängig vom Blog nutzen will: https://www.learningapps.org

Montag, 18. Februar 2019

Weshalb Binnendifferenzierung zwingend ist

In meinem Schulzimmer gibt es ganz ganz wenige "Lektionen" im klassischen Sinn. Natürlich singen wir gemeinsam... Dieser ganz kurze Film zeigt eindrücklich, weshalb Binnendifferenzierung in allen Klassen zwingend nötig ist: in schwachen Klassen ebenso, wie in leistungsstarken Klassen.

Montag, 4. Februar 2019

Die Schulreform, die aus den Bergen kommt

Wie kann der Unterricht so angepasst werden, dass er den Bedürfnissen der Kinder entspricht? Diese Frage beschäftigt uns Lehrer wohl das ganze Berufsleben lang. In Chur, einer kleinen Stadt an der jahrtausende alten Kreuzung der Alpenübergänge zwischen Nord und Süd, Ost und West, ging man die Sache unspektakulär und trotzdem revolutionär an: Nicht der pädagogische Ansatz wurde geändert, sondern der Raum, das Schulzimmer. Daraufhin begann sich er Unterricht fast von selbst zu verändern.



Unterstützt wird dies durch 10 Schritte, die dem Lehrer helfen, seinen Unterricht in Richtung Binnendifferenzierung zu verändern. In der Zwischenzeit ist das unter dem Namen Churermodell bekannt und verbreitet sich über das ganze Land.

Das Bestechende am Churermodell sei, dass es die Basis für viele wesentliche Entwicklungen der heutigen Schule lege, sagt Professor Peter Lienhard von der Hochschule für Heilpädagogik in Zürich. Unter den wesentlichen Entwicklungen versteht er individualisierte Lernförderung, inklusive Schulungsform und integrative Begabungs- und Begabtenförderung.

Eine eigene Seite im Internet enthält nähere Informationen zum Churermodell.

Montag, 28. Januar 2019

Was ist richtiger Informatikunterricht?

Was ist nun aber "richtiger" Informatikunterricht an der Volksschule, wenn nicht die beiden häufigsten Programme bedienen zu können?
  • Ist es programmieren? 
  • Ist es Wissen, wie man eine Suchmaschine bedient (genau, nicht nur Google)?
Vor einiger Zeit viel mir ein Interview mit Juraj Hromkovič in einer grossen Tageszeitung in die Hände. Er ist Spezialist für Vermittlung von Basiswissen in Informatik an der ETH und sieht die Situation kritisch: Es würden lediglich die Betriebsanleitungen von Soft- und Hardware vermittelt, nicht aber das Grundwissen zum Steuern und Entwickeln von Informationstechnologie. «Das ist so wie der Unterschied zwischen Autofahren und Maschinenbau», sagt Hromkovič. «Wir sollten aber Gestalter und nicht Konsumenten erziehen.»

Letztlich gehe es darum, dass die Kinder eine einfache Sprache fänden, mit der sie dem Computer mitteilen könnten, was dieser tun müsse. Man könne dafür etwa eine programmierbare Spielzeugschildkröte verwenden. Die Kinder müssten dieser Befehle geben wie «Gehe vorwärts!». Die Leistungen der Schüler liessen sich gut überprüfen, meint er. «Wenn man sich die Schule der Zukunft so vorstellt, dass jedes Kind ein Tablett bekommt, liegt man falsch», sagt Hromkovič, «denn das führt nur zu Konzentrationsschwächen und ist ziemlich gefährlich.» Viel wichtiger sei es, die Kreativität und die Selbständigkeit der Schüler zu fördern.

Er findet, es werde zu viel Geld und Energie in die Wahl und Anschaffung des richtigen Tabletts gesteckt. Viel wichtiger wäre es ihm, wenn sich die Schulen darum kümmern würden, wofür sie diese Geräte eigentlich brauchten – und wie sie den Kindern Programmieren beibringen könnten. Das hält er für eine Fähigkeit, die künftig unverzichtbar sei.

Hromkovič Befürchtung: dass Kinder am Ende der Schulzeit zwar wissen, wie sie ein Tablett und eine App bedienen müssen, von Informatik und der Technik dahinter trotzdem keine Ahnung haben. Für einen guten Infor­matikunterricht brauche es aber nicht für jedes Kind ein iPad, sagt er. «Ein Heft, ein Stift und der Zugang zu einem Computerzimmer pro Schule würden genügen.» Die Investitionen könnten so auch geringer gehalten werden. Aus seiner Erfahrung mit Projekten mit rund 13 000 Schulkindern hat er ein Lehrmittel für den Informatikunterricht geschrieben. In der Primarschule (bis 6. Klasse) lassen sich über 50% davon ohne Computer lösen und auch an der Sekundarschule (ab 7. Klasse) brauchen die Kinder nur für zwei Drittel des Unterrichts einen Rechner.

Dem Informatikprofessor bereitet auch Sorge, dass die Lehrer an der Pädagogischen Hochschule Zürich für das neue Fach «Medien und Informatik» zurzeit nicht von studierten Informatikern ausgebildet werden. Es werde so eine Art Halbwissen an Unwissende weitergegeben. Rahel Tschopp, Leiterin des zuständigen Bereichs der PHZH, bestätigte diesen Mangel.